„Ich hätte sie Ihnen billig gelassen. Aus Freundschaft für Sie, schon für einen Rubel das Stück.“

„Nein, das weibliche Geschlecht hat für mich keine Reize.“

„Freilich! Wenn dem so ist, ist jedes weitere Wort Verschwendung. Über den Geschmack läßt sich nicht streiten: Der eine liebt den Popen, der andre des Popen Frau, wie das Sprichwort sagt.“

„Ich wollte Sie noch bitten, daß diese Angelegenheit ganz unter uns bleibt,“ sprach Tschitschikow, indem er sich verabschiedete.

„Aber selbstverständlich! Einen dritten geht das doch garnichts an: was zwei nahe Freunde im Vertrauen miteinander verhandeln, muß natürlich unter ihnen bleiben. Leben Sie wohl! Ich danke Ihnen für Ihren Besuch und bitte Sie, mich auch weiterhin nicht zu vergessen! Kommen Sie doch, wenn es Ihre Zeit erlaubt, wieder einmal zum Mittagessen. Dann plaudern wir ein Stündchen zusammen. Vielleicht findet sich noch einmal eine Gelegenheit, einander einen Dienst zu erweisen.“

„Nein, danke, mein Bester!“ dachte Tschitschikow, indem er in den Wagen stieg. „Hat mir zwei und einen halben Rubel für eine tote Seele abgegaunert, dieser verfluchte Leuteschinder!“

Tschitschikow war äußerst empört über Sabakewitschs Betragen. Er war doch immerhin ein Bekannter von ihm. Sie hatten sich ja schon beim Gouverneur und beim Polizeimeister gesehen, und doch hatte er ihn behandelt wie einen gänzlich Fremden und ihm Geld für irgend einen Plunder abgenommen. Als der Wagen durch das Hoftor rollte, sah er sich noch einmal um: Sabakewitsch stand noch immer auf der Treppe und schien ausspähen zu wollen, welche Richtung der Gast einschlagen werde.

„Er steht noch immer da, der Schuft!“ murmelte Tschitschikow durch die Zähne; und er befahl Seliphan, den Weg durch das Dorf zu nehmen und so zu fahren, daß man die Equipage vom Herrensitz aus nicht mehr sehen könne. Er hatte die Absicht, Pluschkin aufzusuchen, bei dem, nach Sabakewitschs Worten, die Menschen wie die Fliegen starben. Aber er wollte nicht, daß Sabakewitsch dies erführe. Als der Wagen am Ende des Dorfes war, rief er den ersten besten Bauern zu sich heran. Dieser hob gerade einen dicken Balken, der am Wege lag, auf die Schulter und wollte ihn wie eine unermüdliche Ameise nach seiner Hütte schleppen.

„Heh! Du Langbart! Wie gelangt man denn von hier zu Pluschkin, ohne an dem herrschaftlichen Wohnhause vorüber zu kommen?“

Dem Bauern schien diese Frage einige Schwierigkeiten zu bereiten.