Aber Tentennikow entgegnete auch nicht ein Wort, gerad als ob ihm dieses Thema unangenehm sei.

Allein Tschitschikow ließ sich nicht abschrecken. Das dritte Mal wählte er wieder eine andre Zeit und zwar nach dem Abendbrod, und sprach folgendermaßen: „Nein wirklich, von welcher Seite ich mir Ihre Lebensverhältnisse auch ansehe, ich komme immer wieder zur Überzeugung, daß Sie heiraten müssen. Sie verfallen noch in Hypochondrie.“

Sei es daß Tschitschikows Worte diesmal besonders überzeugend waren, oder daß Andrei Iwanowitsch heute besonders zur Aufrichtigkeit und Offenherzigkeit geneigt war, er stieß einen Seufzer aus und sagte, indem er wieder eine Rauchwolke aufsteigen ließ: „Bei allen Dingen muß man Glück haben, man muß als Sonntagskind geboren werden, Pawel Iwanowitsch.“ Und er erzählte ihm alles, genau so wie es sich ereignet hatte: die ganze Geschichte seiner Bekanntschaft mit dem General und ihre Entzweiung.

Als Tschitschikow die bekannte Affäre Wort für Wort kennen gelernt hatte, und hörte, daß wegen des einen kleinen Wörtchens „du“ eine so große Geschichte entstanden war, blieb er ganz verdutzt sitzen. Mehrere Minuten lang sah er Tentennikow prüfend in die Augen, ohne entscheiden zu können, ob er ein kompletter Narr oder bloß ein bißchen dumm sei.

„Andrei Iwanowitsch! ich bitte Sie!“ sprach er endlich, indem er jenen bei beiden Händen nahm: „Was ist denn das für eine Beleidigung? Was finden Sie denn in dem Wörtchen „du“ Beleidigendes?“

„Das Wort selbst enthält natürlich keine Beleidigung,“ entgegnete Tentennikow: „die Beleidigung lag in dem Sinn, in dem Ausdruck, mit dem dieses Wort gesprochen wurde. ‚Du!‘ — das soll heißen: ‚wisse, daß du ein minderwertiges Subjekt bist; ich verkehre nur darum mit dir, weil ich keinen besseren habe als dich; jetzt dagegen, wo die Fürstin Jusjakin gekommen ist, bitte ich dich, dich daran zu erinnern, wo dein eigentlicher Platz ist und dich an die Türe zu stellen.‘ Das hat es zu bedeuten!“ Bei diesen Worten funkelten die Augen unseres sanften und milden Andrei Iwanowitsch; in seiner Stimme zitterte die Erregung eines aufs tiefste beleidigten Gefühls nach.

„Nun und wenn es sogar etwas Ähnliches zu bedeuten hätte? — Was ist denn dabei?“ sagte Tschitschikow.

„Wie? Sie verlangen von mir, daß ich ihn nach diesem Benehmen noch weiter besuche?“

„Ja, was ist denn das für ein Benehmen? Das kann man doch nicht einmal ein Benehmen nennen,“ sagte Tschitschikow kaltblütig.

„Wieso kein ‚Benehmen‘,“ fragte Tentennikow erstaunt.