„Aber auf welche Weise ist sie verschwunden? Ich verstehe absolut nichts von alledem!“
„Ich kann Ihnen nicht sagen, auf welche Weise. Aber das wichtigste bei dieser Angelegenheit ist die Tatsache, daß sie jetzt in der Stadt herumspaziert und sich Staatsrat tituliert. Und aus diesem Grunde bitte ich Sie, zu annoncieren, daß derjenige, der sie fassen sollte, sie ohne Verzug zu mir bringen möge. Sagen Sie übrigens selbst: wie soll ich ohne diesen Körperteil, der doch unbedingt zu meiner Person gehört, existieren? Es handelt sich hier doch nicht etwa um eine Zehe ... wenn man einen Schuh trägt, so würde man ihr Fehlen ja garnicht bemerken. Aber ich gehe doch jeden Donnerstag zu Frau Staatsrat Tschechtarewa; Frau Pelagia Grigoriewna Podtotschina, die Gattin eines höheren Offiziers und Mutter eines reizenden Töchterchens, ist eine gute Bekannte von mir. Außerdem habe ich noch zu andern vornehmen Familien Beziehungen, und nun mögen Sie selbst urteilen, ob ich so herumlaufen kann ... Es ist mir doch augenblicklich ganz unmöglich, mich irgendwo zu zeigen.“
Der Beamte überlegte, indem er fortwährend die Lippen zusammenkniff.
„Nein, ein solches Inserat kann ich nicht aufnehmen!“ sagte er endlich nach längerem Stillschweigen.
„Wie? — Weshalb nicht?“
„Weil die Zeitung dadurch ihren guten Ruf verlieren könnte. Wenn jemand schreibt, daß ihm seine Nase abhanden gekommen ist, dann ... Auch ohne dies wird schon genug davon gesprochen, daß alle möglichen Torheiten und Lügen gedruckt werden!“
„Und weshalb ist das töricht? Mein Fall ist doch, wie mir scheint, ganz klar und ....“
„Das ist Ihre Meinung! Aber hören Sie, was uns vorige Woche passiert ist. Es erscheint ein Beamter, ganz wie Sie heute, und bringt uns ein Inserat, das ihn zwei Rubel dreiundsiebzig Kopeken kostet. In diesem Inserat wird das Entlaufen eines schwarzen Pudels angekündigt. Sie werden einwenden: ‚Ich kann keine Ähnlichkeit mit meinem Fall entdecken!‘ Aber es stellte sich bald heraus, daß das lediglich eine Mystifikation gewesen war; mit dem Pudel war der Kassierer eines Geschäftes gemeint.“
„Aber ich suche doch garnicht nach einem Pudel, sondern nach meiner eigenen Nase; hören Sie: das ist doch fast so, als ob ich nach mir selbst suchte!“
„Nein, ich kann ein solches Inserat nicht aufnehmen!“