„Aber wenn doch meine Nase in der Tat verschwunden ist?“

„Wenn sie verschwunden ist, so geht das nur den Arzt etwas an; ich habe gehört, daß einige von ihnen eine große Geschicklichkeit in der Herstellung künstlicher Nasen entwickeln! Übrigens bin ich der Meinung, daß Sie ein Spaßvogel sind und sich in guter Gesellschaft gern einen Scherz erlauben!“

„Ich beschwöre Sie bei allem, was mir heilig ist! Gestatten Sie, wenn es nicht anders geht, daß ich es Ihnen demonstriere!“

„Warum diese Aufregung?“ fuhr der Beamte fort, indem er eine Prise nahm. „Aber schließlich ..., wenn es Sie weiter nicht inkommodiert,“ fügte er neugierig hinzu, „ich würde mir die Sache mit Vergnügen ansehen!“

Der Kollegien-Assessor zog das Taschentuch von seinem Gesichte fort.

„In der Tat, das ist äußerst sonderbar!“ sagte der Beamte. „Die Stelle ist ja ganz eben wie ein frischgebackener Eierkuchen. Ja, sie ist glatt, — es ist schier unglaublich!“

„Nun, wollen Sie jetzt noch streiten? Jetzt sehen Sie wohl selbst, daß Sie mein Inserat unmöglich nicht aufnehmen können. Ich wäre Ihnen dafür zu ganz besonderem Dank verpflichtet, und ich bin sehr froh darüber, daß diese Gelegenheit mir das Vergnügen verschafft hat, Ihre Bekanntschaft zu machen.“

Der Major ließ sich, wie man sieht, sogar zu einer Schmeichelei herab.

„Die Sache mit der Annonce hätte an und für sich keine Schwierigkeit,“ sagte der Beamte; „nur sehe ich darin keinen Vorteil für Sie. Sie sollten sich an irgend einen geschickten Journalisten wenden, der Ihren Fall als Naturphänomen behandeln und darüber einen Artikel in der „Biene des Nordens“ — hierbei nahm er eine Prise — „zur Belehrung der Jugend“ — hierbei schneuzte er sich — „oder noch besser zur allgemeinen Unterhaltung veröffentlichen könnte.“

Der Kollegien-Assessor war der Verzweiflung nahe. Er warf einen Blick auf das Feuilleton des Zeitungsblattes und auf die Theaternotizen; ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er den Namen einer hübschen Schauspielerin las, und er steckte schon die Hand in die Tasche, um einen blauen Zettel hervorzuholen — denn nach seiner Meinung mußten die höheren Offiziere mindestens im Parkett sitzen —; aber der Gedanke an seine Nase verdarb ihm jedes Vergnügen.