„Nun, so versprechen Sie mir wenigstens, daß Sie mich in der Stadt besuchen werden. Am 8. Juni gebe ich ein kleines Diner für die Honoratioren der Stadt.“

„Wie!“ rief Platonow aus. „Jetzt, wo Sie so gut wie ruiniert sind, geben Sie Diners?“

„Was soll ich machen? Ich kann nicht anders, das ist halt meine Pflicht,“ versetzte Chlobujew. „Sie haben mich doch auch eingeladen.“

[10.] Vor diesem Worte sind in der vorliegenden Fassung zwei Seiten herausgeschnitten. Wir führen hier die entsprechende Stelle aus der andern Fassung an:

„Die Sache ist eigentlich ein großer Unsinn. Er hat nicht genug Land, und da hat er sich eben ein fremdes Stück Brachland angeeignet, d. h. er rechnete darauf, daß niemand es braucht, und daß die Besitzer nicht drauf achten werden ... bei uns aber versammeln sich schon seit vielen Jahren die Bauern gerade an dieser Stelle, um dort Johannisnacht zu feiern. Daher bin ich noch eher bereit, ihm ein anderes und sogar besseres Stück Land abzutreten, als dieses. Jede alte Sitte ist mir heilig.“

„Sie würden ihm also unter Umständen ein anderes Stück Land abgeben?“

„Ja, d. h. wenn er nicht so mit mir verfahren wäre, aber ich glaube, er will die Gerichte anrufen. Meinetwegen, wir wollen doch sehen, wer den Prozeß gewinnt. Nach dem Plan ist es freilich nicht vollkommen klar, aber ich habe genug Zeugen, lauter alte Leute, die noch am Leben sind, und sich sehr gut erinnern, wem das Land gehört hat.“

„Hm!“ dachte Tschitschikow. „Wie ich sehe, seid ihr alle beide raffinierte Kerls.“ Und er fügte laut hinzu: „Mir scheint, diese Sache läßt sich friedlich beilegen. Alles hängt davon ab, ob sich jemand findet, der zwischen Ihnen vermitteln kann .. Schriftl....“

Damit schließt die 96. Seite der Handschrift; die folgenden zwei Seiten sind verloren gegangen. In der ersten Ausgabe des zweiten Bandes der „Toten Seelen“ hat S. P. Schewyrew folgende Bemerkung zu dieser Stelle gemacht: Hier fehlt eine größere Partie, in der wahrscheinlich erzählt wird, wie Tschitschikow zum Gutsbesitzer Lenitzyn fährt. Der Her.

„... daß es auch für Sie selbst sehr vorteilhaft wäre z. B. alle toten Seelen auf meinen Namen zu übertragen, d. h. ich meine alle die toten Bauern auf Ihrem Gute, die noch in den Revisionslisten stehen. Dann könnte ich auch die Steuern für sie bezahlen. Um aber kein Ärgernis zu geben, könnten wir pro forma einen Kaufkontrakt aufsetzen, ganz so, als ob sie noch am Leben wären.“