„Ich kann Ihnen das Versprechen geben, daß Sie die allerbeste Sorte erhalten werden, was Besseres werden Sie auch in beiden Hauptstädten nicht finden,“ versetzte der Kaufmann und schickte sich an, den Stoff zu holen. Er warf die Rolle gewandt auf den Tisch, rollte sie von hinten auf und hielt den Stoff ans Licht. „Ein wunderbares Farbenspiel! Das Allermodernste, etwas für den erlesensten Geschmack!“ Und in der Tat, der Stoff glänzte wie Seide. Der Kaufmann hatte mit feinem Instinkte erkannt, daß ein Kenner der Tuchsorten vor ihm stand und daher wollte er erst gar nicht mit einem Stoff zu zehn Rubel pro Meter anfangen.

„Hm, nicht übel,“ bemerkte Tschitschikow, nachdem er das Tuch flüchtig gemustert hatte. „Aber wissen Sie was, Verehrtester, zeigen Sie mir lieber gleich die Sorte, die Sie zuletzt vorlegen; und dann: haben Sie keinen mit einem Stich ins Rote?“

„Ich verstehe: Sie wollen genau so eine Farbe, wie sie heute modern zu werden beginnt. Da habe ich einen Stoff von allererster Qualität. Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß er sehr teuer ist, aber wie gesagt: dafür ist es auch die allerbeste Sorte.“

Die Rolle fiel von oben herab. Der Kaufmann rollte sie mit noch größerer Geschwindigkeit auseinander und fing sie am andern Ende auf. Diesmal war es ein echter Seidenstoff; er zeigte ihn Tschitschikow, jedoch so, daß dieser nicht nur die Möglichkeit hatte, ihn gründlich zu besichtigen, sondern sogar zu betasten und zu beriechen. Und er fügte nur kurz hinzu: „Navarinosche Rauchfarbe mit Feuerglanz.“

[12.] Variante der andern Fassung.

Man einigte sich über den Preis. Ein eisernes Metermaß maß Tschitschikow gleich einem Zauberstabe in wenigen Augenblicken den Stoff für Frack und Hosen zu. Dann machte der Kaufmann einen kleinen Einschnitt mit der Schere, riß das Tuch mit beiden Händen der ganzen Breite nach auseinander und verbeugte sich, nachdem diese Operation vollendet war, in außerordentlich feiner und liebenswürdiger Weise vor Tschitschikow. Das Zeug wurde hierauf zusammengerollt und geschickt in Papier gewickelt. Hierauf wurde eine dünne Schnur herumgeschlungen und das Paket war fertig. Tschitschikow wollte schon in die Tasche greifen, aber da fühlte er, wie eine zarte Hand seine Taille angenehm umschlang, und seine Ohren vernahmen die Worte: „Was kaufen Sie hier ein, Verehrtester.“

„Ah, welch glückliches Zusammentreffen!“ rief Tschitschikow aus.

„Ja, es ist ein glücklicher Zufall, der uns hier zusammenführt,“ hörte er die Stimme desselben Mannes sagen, der seine Taille umschlungen hatte. Es war Wyschnepokromow. „Ich wollte schon achtlos an dem Laden vorübergehn, da sehe ich plötzlich ein bekanntes Gesicht — einem solchen Vergnügen kann man sich doch unmöglich entziehen. Ja, ja, dies Jahr sind die Stoffe weit schöner. Es ist eine wahre Schande. Früher konnte man beim besten Willen nichts Vernünftiges bekommen. Ich hätte gern vierzig Rubel bezahlt ... meinetwegen sogar fünfzig, wenn ich nur etwas Gutes bekommen hätte. Was mich anbelangt, so will ich entweder das Allerbeste oder lieber gar nichts haben. Nicht wahr?“

„Sehr richtig!“ versetzte Tschitschikow. „Wozu quält man sich so, wenn man nicht auch was Gutes haben soll?“

[13.] Variante der andern Fassung.