[14.] Hier schließt der Text des späteren Entwurfs. Die neuere Fassung dieser Stelle hängt in der Handschrift nicht mit der ursprünglichen zusammen. Daher mußte der ursprüngliche Text bis zu der Stelle reproduziert werden, die keiner weiteren Überarbeitung unterzogen wurde.

Variante der andern Fassung.

„Hören Sie, Peter Petrowitsch, Sie gehen doch auch in die Kirche, um zu beten; ich weiß es, Sie versäumen keine Früh- noch Abendmesse. Sie stehen nicht gern früh auf, und doch tuen Sie es und gehen — schon um 4 Uhr zum Gottesdienst, wenn noch alle Leute schlafen.“

„Das ist etwas ganz andres, Afanassij Wassiljewitsch. Das tue ich um meines Seelenheiles willen, denn ich bin überzeugt, daß ich damit mein müßiges Leben mindestens ein klein wenig wieder gut mache. So widerwärtig ich mir selbst bin, ein so schlechter Kerl ich auch sein mag, ich hoffe doch, daß ein demütiges Gebet und eine gewisse Selbstüberwindung Gott wohlgefällig sind. Ich will Ihnen gestehen, ich bete ohne Glauben, aber ich bete dennoch. Ich fühle bloß, daß es einen Herrn gibt, von dem alles abhängt; so erkennt auch das Pferd und das Vieh seinen Herrn, der über sie gebietet.“

„Sie beten also zu dem, dem Sie wohlgefällig sein wollen, weil Sie um das Heil Ihrer Seele besorgt sind, und das gibt Ihnen Kraft und veranlaßt Sie so früh aufzustehen. Glauben Sie mir, wenn Sie mit derselben Energie Ihrem Berufe nachgehen wollten, wie Sie Ihm dienen, zu dem Sie beten, Sie würden bald eine Tätigkeit finden, und kein Mensch in der Welt könnte Ihre Begeisterung dämpfen.“

„Afanassij Wassiljewitsch. Ich muß wiederholen, das ist was ganz andres. Im ersten Falle sehe ich doch, daß ich handele. Ich sage Ihnen, ich bin bereit, in ein Kloster zu gehen, ich will die schwersten Lasten tragen, die man mir auferlegt, und die härtesten Arbeiten tun, denn dort werde ich wissen, für wen ich mich mühe. Da brauche ich nicht nachzudenken und zu grübeln. Dort bin ich überzeugt, daß die für mich Rechenschaft ablegen werden, die mir sagen, was ich zu tun habe. Dort habe ich mich zu unterwerfen, und ich weiß, daß ich mich Gott unterwerfe.“

„Ja, aber warum denken Sie denn in weltlichen Dingen nicht ebenso? Wir sollen doch auch in der Welt Gott dienen und keinem andern. Und wenn wir einem andern dienen, so tuen wir es auch nur deswegen, weil wir überzeugt sind, daß Gott selbst es so will; ohne das könnten wir niemandem dienen. Was sind denn all unsere Gaben und Fähigkeiten, die bei jedem anders geartet sind? Das sind doch nur Werkzeuge unseres Gottesdienstes: in Worten oder Taten. Sie können doch nicht ins Kloster gehen; Sie sind an die Welt gewöhnt und haben Familie!“

Murasow schwieg. Auch Chlobujew sagte kein Wort.

„Sie glauben also, Sie könnten Ihr Leben auf eine feste Grundlage stellen und von nun ab vernünftiger und sparsamer wirtschaften, wenn Sie zweihunderttausend Rubel hätten?“

„Das heißt, ich würde wenigstens eine Tätigkeit haben, der ich gewachsen bin — ich würde mich der Erziehung meiner Kinder widmen, und ich hätte die Möglichkeit, ihnen tüchtige Lehrer zu halten.“