„Hm, darf ich Sie um Ihren Familiennamen bitten?“

„Kowalew, — Kollegien-Assessor Kowalew, Sie brauchen übrigens bloß zu schreiben: ein Mann vom Range eines Majors ...“

„Ja und wer ist denn eigentlich der Flüchtling? Ist er einer Ihrer Leibeigenen?“

„O nein, keineswegs ein Leibeigener! Das wäre noch keine so große Gemeinheit. Nein es ist eine ... Nase.“

„Hm, was für ein merkwürdiger Name! Und hat Sie denn dieser Herr Nase um eine große Summe bestohlen?“

„Eine Nase ... das heißt, Sie verstehen mich falsch. Meine — meine eigene Nase ist ganz spurlos verschwunden. Der Teufel selbst hat sich einen Scherz mit mir erlaubt. — Und nun fährt diese Nase als Herr verkleidet durch die Stadt und hält alle Leute zum Narren ... Ich möchte Sie nun bitten, eine Annonce in die Zeitung einrücken zu lassen, daß jeder, der den Kerl abfassen sollte, ihn mir persönlich vorführen möge — diesen Gauner, diesen Hundesohn ... Entschuldigen Sie bitte, ich muß husten, mein Hals ist ganz trocken. Ich bringe kaum noch ein Wort heraus.“

Der Beamte wurde nachdenklich, was man aus seinen fest zusammengekniffenen Lippen schließen konnte.

„Nein, eine solche Annonce kann ich nicht aufnehmen,“ sagte er schließlich nach längerem Stillschweigen.

„Wie? Warum nicht?“

„So. Die Zeitung würde ihren Ruf aufs Spiel setzen. Da könnte jeder kommen und anzeigen, daß ihm seine Nase oder seine Lippen ausgerückt seien ... Man spricht schon ohnedies, daß soviel falsche Gerüchte verbreitet und soviel Torheiten gedruckt werden.“