„Wieso?“ fragte Tschitschikow neugierig, die Mütze über dem Kopfe haltend.
„Sie werden gleich sehen! He, kleiner Thomas! Laß das Netz los, und nimm den Stör aus dem Behälter heraus. Kosma, du Klotz, geh, hilf ihm!“
Die zwei Fischer zogen den Kopf eines Ungeheuers aus dem Behälter hervor — „Seht mal, was für ein Fürst! Der hat sich aus dem Flusse hierher verirrt!“ rief der kugelrunde Herr. „Fahren Sie nur in den Hof hinein! Kutscher nimm den unterm Weg durch den Gemüsegarten! Lauf doch großer Thomas, du Holzklotz, mach das Gartentor auf! Er wird Sie begleiten, ich komme gleich nach ...“
Der langbeinige und barfüßige große Thomas lief, ganz so wie er war, im bloßen Hemde vor dem Wagen her durch das ganze Dorf. Vor jeder Hütte hingen allerhand Fischereigerätschaften, Netze, Reusen usw.; alle Bauern waren Fischer; dann öffnete Thomas das Gitter des Gartens, und der Wagen fuhr zwischen Gemüsebeeten hindurch nach einem offenen Platz in der Nähe der Dorfkirche. Etwas weiter hinter der Kirche sah man die Dächer der Gutsgebäude.
„Dieser Koschkarjow ist etwas spleenig!“ dachte Tschitschikow.
„So, da bin ich!“ erscholl eine Stimme von der Seite! Tschitschikow sah sich um. Der Gutsherr fuhr in einem grasgrünen Nankingrock, gelben Beinkleidern und ohne Halsbinde wie ein Kupido neben ihm her. Er saß seitwärts in der Droschke und nahm den ganzen Sitz ein. Tschitschikow wollte ihm etwas sagen, aber der Dicke war bereits wieder verschwunden. Gleich darauf erschien sein Wagen wieder an der Stelle, wo das Netz mit den Fischen herausgezogen worden war, und wieder hörte man die Stimmen rufen: ‚Großer Thomas, kleiner Thomas! Kosma und Denys!‘ Als aber Tschitschikow bei dem Portale des Herrenhauses vorfuhr, sah er den dicken Gutsbesitzer zu seinem größten Erstaunen schon auf der Treppe stehen, wo er den Ankömmling in Empfang nahm und freundschaftlichst in seine Arme schloß. Wie er so schnell hierhergeflogen war — dies blieb ein Rätsel. Man küßte sich dreimal kreuzweise nach alter russischer Sitte: der Gutsherr war ein Mann alten Schlages.
„Ich habe Ihnen Grüße von Seiner Exzellenz zu überbringen,“ sagte Tschitschikow.
„Von welcher Exzellenz?“
„Von Ihrem Verwandten, dem General Alexander Dimitriewitsch.“
„Wer ist dieser Alexander Dimitriewitsch?“