„Als ob es in der Umgegend keine hübschen reichen Mädchen gäbe!“

„Es gibt keine!“

„Nun, dann sieht man sich eben wo anders um. Man macht eine Reise“ ... Plötzlich fiel Tschitschikow eine großartige Idee ein. „Da haben Sie das beste Mittel gegen Trübsinn und Langeweile!“ sagte er, indem er Platonow in die Augen blickte.

„Was für eins?“

„Reisen.“

„Wohin soll man denn reisen?“

„Wenn Sie Zeit haben, dann kommen Sie doch mit mir,“ sagte Tschitschikow und dachte sich, während er Platonow betrachtete: „Das wäre fein. Er könnte die Hälfte der Ausgaben tragen, und die Wagenreparatur könnte er eigentlich allein übernehmen.“

„Und wohin fahren Sie?“

„Augenblicklich reise ich nicht so sehr in eigenen Angelegenheiten als im Interesse eines andern. General Betrischtschew ein naher Freund von mir, und ich darf wohl sagen mein Wohltäter hat mich gebeten, einige von seinen Verwandten zu besuchen ... Das mit den Verwandten ist natürlich sehr wichtig, aber eigentlich reise ich doch auch sozusagen zu meinem eigenen Vergnügen: denn die Welt kennen lernen, sich in den großen Strudel und Wirbel des Menschenvolks zu stürzen — man mag sagen was man will, das ist gewissermaßen ein lebendes Buch und auch eine Art Wissenschaft.“ Und während er dies sagte, dachte er sich: „Wirklich, es wäre fein. Er könnte sogar die ganzen Kosten tragen, am Ende könnten wir auch seine Pferde benutzen, unterdessen würden sich die meinigen auf seinem Gute ausruhen und ordentlich pflegen.“

„Warum sollte ich nicht eine kleine Reise wagen?“ dachte unterdessen Platonow. — „Zu Hause habe ich ohnedies nichts zu tun, für die Wirtschaft sorgt mein Bruder auch ohne mich; sie würde also nicht im mindesten unter meiner Abwesenheit leiden. Warum sollte ich also nicht mitreisen?“ — „Wären Sie unter Umständen bereit, etwa zwei Tage bei meinem Bruder zu Gaste zu bleiben?“ sagte er laut. „Sonst läßt mich mein Bruder nicht fort.“