„Die Weisheit, verehrter Mann, lehren Sie mir die Weisheit und die Kunst, das schwere Steuer der Landwirtschaft zu regieren, einen sicheren Gewinn zu erzielen, Reichtum und Wohlstand zu erwerben und zwar keinen eingebildeten, sondern einen wirklichen Wohlstand, denn das ist doch die Pflicht eines jeden Bürgers und damit verdient man sich die Achtung seiner Mitmenschen.“
„Wissen Sie was?“ sagte Kostanshoglo und sah ihn nachdenklich an, „bleiben Sie einen Tag bei mir. Ich will Ihnen die ganze Einrichtung zeigen und Ihnen alles erzählen. Eine große Weisheit werden Sie hier nicht finden.“
„Aber natürlich! Bleiben Sie doch!“ fiel die Hausfrau ein; dann wandte sie sich an ihren Bruder und fuhr fort: „Bleib doch, Bruder, du hast doch keine Eile.“
„Mir ist es einerlei. Wenn Pawel Iwanowitsch nichts dagegen hat?“
„Nicht das Geringste, mit dem größten Vergnügen ... Da ist nur noch ein Umstand: ein Verwandter des General Betrischtschew, der Oberst Koschkarow ...“
„Der ist aber doch verrückt!“
„Natürlich ist er verrückt! Ich hätte ihn ja auch gar nicht besucht, aber General Betrischtschew, wissen Sie, ein guter Freund von mir, und sozusagen mein Wohltäter ...“
„Wissen Sie was? Dann machen Sie es doch so,“ sagte Kostanshoglo: „fahren Sie doch gleich zu ihm, er wohnt keine zehn Werst von hier. Mein Wagen ist angespannt — setzen Sie sich hinein und fahren Sie hin. Zum Tee können Sie schon wieder zurück sein.“
„Eine großartige Idee!“ rief Tschitschikow aus und griff nach dem Hut.
Der Wagen fuhr vor, und brachte ihn in einer halben Stunde zum Obersten. Im Dorfe ging es drunter und drüber: hier wurde gebaut, dort eine Reparatur vorgenommen, überall lagen Haufen von Kalk, Ziegelsteinen und Balken herum. Daneben sah man ein paar Häuser, die wie Gerichtsgebäude aussahen. Auf dem einen befand sich eine Inschrift in goldenen Lettern: „Depot für landwirtschaftliche Werkzeuge“, auf einem andern las man: „Hauptrechnungskammer“, „Komitee für Gemeindeangelegenheiten“, „Normalschule für Landleute“. Mit einem Wort, weiß der Teufel, was es da nicht alles gab!