Hier ist die Bemerkung am Platze, daß der furchtsame Titular-Rat es sich zur Regel gemacht hatte, seine Gedanken nur durch halbe Phrasen, Worte, Präpositionen, Adverbien oder Redeteile, die überhaupt keinen Sinn ergaben, auszudrücken.

War jedoch die Angelegenheit, um die es sich handelte, von besonderer Wichtigkeit, so gelang es ihm niemals, den angefangenen Satz zu Ende zu sprechen. Wenn die Sache jedoch ganz besonders schwierig war, dann stotterte er nur ein paar Worte heraus: „Das ist doch wirklich ganz ...“ und dann folgte überhaupt nichts mehr. Bald hatte er selbst vergessen, was er eigentlich sagen wollte und glaubte, er habe schon alles gesagt.

„Was wünschen Sie, Herr?“ fragte Petrowitsch ihn, indem er ihn mit seinem einzigen Auge vom Kopf bis zu den Füßen musterte und seinen fragenden Blick über Kragen, Manschetten, Taille, Knöpfe, kurz über die gesamte Uniform Akakis gleiten ließ, die er sehr gut kannte, da er selbst all diese Herrlichkeiten angefertigt hatte. Das ist nun mal die Eigentümlichkeit aller Schneider, dies ist ihr erster Gedanke, sowie sie einem Bekannten begegnen.

Akaki antwortete stotternd wie gewöhnlich:

„Ich möchte ... Petrowitsch, ... dieser Mantel ... sehen Sie das Tuch ... übrigens ... ich für meinen Teil ... ich glaube, er ist noch ganz gut ... nur ein wenig bestaubt ... Ja, ja, er sieht schon ein wenig abgetragen aus ... aber er ist doch noch ganz neu ... nur an einer Stelle ein wenig abgescheuert ... da, am Rücken ... und hier an der Schulter ... zwei oder drei kleine Risse ... Sehen Sie es nicht? ... es ist ja gar nicht der Rede wert ... Es ist gar nicht viel daran zu tun ...“

Petrowitsch ergriff den unglückseligen Mantel, breitete ihn auf dem Tische aus, betrachtete ihn schweigend und schüttelte dann das Haupt. Dann streckte er den Arm nach dem Fenster aus, um sich seine runde mit dem Bilde eines Generals gezierte Tabaksdose herunterzunehmen. Ich weiß nicht, was das für ein General war, denn die Stelle, wo sich das Gesicht befand, war mit dem Finger durchlöchert, und da hatte der Schneider flugs einen viereckigen Streifen Papier darüber geklebt.

Als Petrowitsch sich nun endlich eine Prise genommen hatte, nahm er die Kutte von neuem in die Hände, hielt sie ans Licht und schüttelte zum zweitenmal den Kopf. Sodann schaute er sich genau das Futter an, schüttelte sie nochmals, hob wiederum den Deckel seiner vor Zeiten mit dem Porträt eines Generals geschmückten und mit einem Papierstreifen geflickten Tabakdose hoch, entnahm ihr eine zweite Prise, machte die Dose zu, steckte sie ein und schrie endlich:

„Daran ist überhaupt nichts mehr auszubessern! Das ist ja nur ein ganz elender Fetzen!“

Bei diesen Worten krampfte sich Akaki Akakiewitschs Herz zusammen.

„Weshalb nicht, Petrowitsch?“ fragte er in dem weinerlichen Ton eines Kindes, „dieser Rock sollte nicht mehr auszubessern sein? Aber so sehen Sie doch, Petrowitsch! nicht wahr, es sind ja nur ein paar Risse an der Schulter drin, und Sie haben genug Flicken, um sie aufzunähen.“