Allen, die ihn in solcher Stimmung beobachteten, konnte es nicht entgehen, daß er vor Verlangen brannte, sich in eine interessante Konversation zu mischen, aber die Furcht, unklugerweise zu zuvorkommend zu erscheinen, sich etwas zu vergeben, sich zu familiär zu zeigen, hielt ihn davon zurück. Um sich Gefahren dieser Art zu entziehen, beobachtete er eine außerordentliche Reserve und sprach nur von Zeit zu Zeit irgend ein einsilbiges Wort. Kurz, er hatte sein System so auf die Spitze getrieben, daß man ihn einen langweiligen Peter nannte, und dieser Titel war wohl verdient.
Das war die hohe Persönlichkeit, die Akaki Akakiewitsch um Hilfe und Schutz angehen mußte. Der Augenblick, den er wählte, um seine Absicht auszuführen, schien äußerst ungünstig, besonders für Akaki Akakiewitsch, dagegen um so günstiger, um der Eitelkeit des Generals zu schmeicheln.
Die hohe Persönlichkeit befand sich gerade in ihrem Arbeitszimmer und plauderte angeregt mit einem alten Jugendfreunde, der vor kurzem angekommen war und den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, als man ihr meldete, daß ein Herr Baschmakschin um die Ehre einer Audienz bei Seiner Exzellenz nachsuchte.
„Wer ist das?“ fragte er kurz und sehr erstaunt.
„Ein Beamter!“
„Warten lassen. Beschäftigt. Ich habe keine Zeit, ihn zu empfangen.“
Die hohe Persönlichkeit schwindelte. Nichts hinderte sie daran, die gewünschte Audienz zu gewähren. Beide Freunde hatten schon alles durchgesprochen. Schon mehr als einmal war ihre Unterhaltung von langen Pausen unterbrochen worden, nach deren Beendigung sie sich beide freundschaftlich auf die Knie klopften:
„So geh, lieber Iwan Abramowitsch!“
„Ja, ja, Stephan Warlamowitsch!“
Aber der Direktor wollte den Bittsteller nicht gleich empfangen, um seinen Freund seine ganze Bedeutung empfinden zu lassen, dieser hatte nämlich den Dienst quittiert und wohnte jetzt auf dem Lande; daher wollte ihm der Direktor deutlich demonstrieren, daß die Beamten sich so lange im Vorzimmer zu gedulden hätten, bis es ihm gefiele, sie zu empfangen.