„Das hört sich schon anders an, lieber Schwäher. Darauf will ich dir antworten, daß ich schon lange nicht mehr zu denen gehöre, die von einem Weib in Windeln gewickelt werden. Ich weiß wohl, hoch zu Pferde zu sitzen und in der Hand den scharfen Säbel zu schwingen; auch manches andere noch versteh’ ich ... Ich versteh es auch, niemandem Rechenschaft zu geben über das, was ich treibe!“
„Ich seh’ es, Danilo, ich weiß, du suchst Hader! Wer Heimliches tut, der führt sicher nichts Gutes im Schilde.“
„Denk doch, was dir beliebt,“ sagte Danilo, „auch ich denke das Meine. Noch war ich nie in einen schändlichen Handel verwickelt, stets stand ich für rechten Glauben und das Vaterland ein, nicht so wie mancher Landstreicher, der sich, Gott weiß wo, umhertreibt, wenn rechtgläubige Leute sich bis aufs Blut schlagen müssen; der will dann das Korn ernten, das nie er gesät. Die gleichen nicht einmal den Unierten: nicht einmal in Gottes Kirchen schauen sie hinein. Diese Leute sollte man befragen, wo sie sich umhertreiben!“
„Holla, weißt du wohl, Kosak!“ rief jener .... „Ich schieße ja nicht gut, höchstens bis auf hundert Klafter trifft meine Kugel ins Herz, auch bin ich kein allzu starker Fechter: die Stücke, in die ich die Menschen schlage, sind kleiner als die Körner, draus man Brei kocht!“
„Ich bin bereit,“ rief Pan Danilo und schlug flink mit dem Schwert ein Kreuz in der Luft, als hätt’ er gewußt, wozu er’s geschliffen.
„Danilo!“ schrie Katerina laut, ergriff ihn beim Arm und hing sich an ihn, „du Wahnwitziger, bedenke doch, gegen wen du den Arm erhebst! Vater, dein Haar ist so weiß wie Schnee, und doch erhitzest du dich wie ein törichter Knabe!“
„Weib!“ rief Danilo streng, „du weißt, das leide ich nicht, bleibe bei deinen Weibergeschäften!“
Furchtbar erklirrten die Säbel; Eisen schlug Eisen, und die Kosaken wurden von Funken besprüht wie von Staub. Weinend lief Katerina in eine gesonderte Kammer, warf sich aufs Bett und hielt sich die Ohren zu, um nichts von den Säbelhieben zu hören.
Doch so schlecht kämpften die Kosaken nicht, daß man ihren Hieb überhören konnte. Das Herz wollte ihr springen, sie hört’ es in ihrem ganzen Leibe erzittern bei den klirrenden Lauten: Klick — klack!
„Nein, ich halt es nicht aus, ich halt’s nicht aus ... vielleicht sprudelt schon purpurnes Blut aus dem weißen Leibe, vielleicht hat meinen Liebsten schon seine Kraft verlassen, und ich liege noch hier!“ Und bleich, und kaum atmend schlich sie in die Stube.