„Ich habe nur gekostet, Pan!“

„Du lügst, Hundesohn! Sieh nur, wie sich die Fliegen auf deinen Schnurrbart stürzen! Ich seh’s an deinen Augen, daß du einen halben Kübel ausgesoffen hast. Hei, ihr Kosaken! Was für ein tolles Volk seid ihr doch! Ihr seid bereit, alles dem Freunde hinzugeben, doch wenn’s gilt zu saufen, dann schluckt ihr’s selbst herunter. Ich war schon lange nicht mehr betrunken, wie, Katerina?“

„Ei, warum lange! Erst am letzten .....“

„Fürchte dich nicht, fürchte dich nicht! Ich trink nicht mehr, als einen Krug! Da kommt der türkische Abt durch die Tür geschlichen!“ murmelte er durch die Zähne, als er den Schwiegervater erblickte, der sich bückte, um durch die Tür zu kommen.

„Nun, meine Tochter,“ sagte der Vater, nahm die Mütze vom Kopf und ordnete seinen Gürtel, an dem ein Säbel mit wundersamem Gestein hing, „die Sonne steht schon hoch, und noch ist das Mittagsmahl nicht bereitet.“

„Das Mahl ist bereit, Herr Vater, bald wird es gerichtet sein! Nimm den Topf mit den Klößen vom Feuer!“ fuhr Pani Katerina zu der alten Dienerin gewandt fort, die das Holzgerät abwischte. „Nein, warte, ich tu’ es lieber selbst, ruf mir die Burschen!“

Alle ließen sich im Kreis auf die Erde nieder, der Vater gegenüber dem Heiligenbild, ihm zur Linken Pan Danilo, ihm zur Rechten Pani Katerina und zehn der allertreuesten Burschen in blauen und gelben Schupans.

„Ich mag diese Klöße nicht!“ sprach der Herr Vater; er aß nur wenig und legte den Löffel hin, „sie schmecken nach nichts!“

„Ich weiß, besser schmecken dir Judennudeln!“ dachte Danilo bei sich. „Warum, meinst du, die Klöße schmeckten nach nichts, Herr Schwäher?“ fuhr er laut fort. „Oder sind sie vielleicht schlecht bereitet? Meine Katerina macht so gute Klöße, wie sie selbst der Hetman selten zu essen bekommt. So was verschmäht man nicht: ’s ist ein christlich Gericht! Alle heiligen und gottesfürchtigen Männer haben stets Klöße gegessen!“

Der Vater sagte kein Wort, und auch Pan Danilo verstummte. Hierauf wurde ein gebratener Eber mit Kohl und Pflaumen gebracht. „Ich mag das Schweinefleisch nicht!“ sprach Katerinas Vater und steckte den Löffel in den Kohl.