„Oh, ein Ungeheuer bist du, du bist nicht mein Vater!“ stöhnte sie auf. „Nein, nicht sei es so, wie du willst! Hast dir freilich mit unreinen Zauberkünsten die Macht erworben, meine Seele heraufzubeschwören und sie zu martern. Doch Gott allein kann sie zwingen, ihm den Willen zu tun. Nein, nie wird Katerina, solange ich in ihr lebe, die gottverfluchte Tat vollbringen. O, Vater! Das jüngste Gericht ist nahe! Und wärst du auch nicht mein Vater, nie würdest du mich zwingen können, meinen treuen, geliebten Gatten zu betrügen. Ja, wär’ mir mein Gemahl auch nicht so lieb und so treu, ich würd’ ihn dennoch nie betrügen; denn Gott liebt die meineidigen und treulosen Seelen nicht!“
Da heftete sie ihre bleichen Augen auf das Fenster, vor dem Pan Danilo saß, und hielt starr inne ....
„Wohin blickst du? Was siehst du dort?“ schrie der Zauberer auf.
Die luftgewobene Katerina erzitterte. Aber Pan Danilo war schon längst wieder unten auf der Erde und zog mit seinem getreuen Stetzko in die Berge.
„Furchtbar, furchtbar!“ sprach er bei sich selber und Angst umfing sein Kosakenherz.
Bald war er wieder auf seinem Hofe, wo die Kosaken noch immer fest schliefen; nur der eine saß da, hielt Wache und rauchte sein Pfeifchen.
Der Himmel war ganz mit Sternen besät.
V.
„Wie gut tatest du, daß du mich wecktest!“ sprach Katerina, und während sie sich mit dem gestickten Ärmel ihres Hemdes die Augen rieb, betrachtete sie ihren Mann, der vor ihr stand, vom Kopf bis zu Füßen. „Welch schrecklichen Traum ich gehabt! Wie schwer atmete meine Brust! Oh! .... mir war’s als stürbe ich ....“
„Was war das für ein Traum? Vielleicht dieser?“ und Burulbasch erzählte seinem Weibe alles, was er geschaut.