„Leb wohl, Hanna!“ rief in diesem Augenblick einer der Burschen, der leise herangeschlichen war, und umarmte den Amtmann, aber er prallte entsetzt zurück, als er den struppigen Schnurrbart berührte.

„Leb wohl, mein schönes Kind!“ rief ein anderer, aber dieser flog Hals über Kopf, von einem schweren Stoß des Amtmanns getroffen, zur Erde.

„Leb wohl, leb wohl, Hanna!“ riefen einige Burschen und hingen sich ihm an den Hals.

„Fahrt doch zur Hölle, ihr verdammten Lümmel!“ schrie der Amtmann, indem er sie von sich abwehrte, und stampfte voller Wut mit den Füßen. „Bin ich etwa Hanna? Schert euch hinter euren Vätern her; an den Galgen mit euch, ihr Teufelsbrut! Kleben die fest an einem, rein wie die Bienen am Honig! Ich will euch schon zeigen wer Hanna ist ....“

„Der Amtmann, der Amtmann! ’s ist der Amtmann!“ schrien die Burschen und liefen nach allen Seiten auseinander.

„Ei, ei, Väterchen!“ sprach Lewko, als er sich wieder von seinem Staunen erholt hatte, und blickte dem schimpfend davonziehenden Amtmann nach. „Solche Streiche machst du also? Großartig! Und ich habe mich noch gewundert und immer gedacht, was mag das nur bedeuten, daß er sich immer taub stellt, sobald ich mit ihm von dieser Sache zu sprechen anfange. Halt, alter Graubart, ich will dir schon beibringen, was das heißt, sich vor den Fenstern junger Mädchen herumzudrücken; fremde Bräute abspenstig machen? — na, ich will dir’s schon zeigen! Hollah, Jungens, hierher!“ schrie er, mit der Hand die Burschen zu sich heranwinkend, die sich wieder versammelt hatten und in einem Haufen zusammenstanden. „Kommt doch her! Ich hab’ euch zwar ermahnt, schlafen zu gehen, aber ich hab’s mir wieder überlegt und will gern die ganze Nacht mit euch verbummeln.“

„Das laß ich mir gefallen!“ rief ein breitschultriger und stattlicher Bursche, der als der erste Herumstreicher und Wildfang im Dorf galt. „Mir ist nicht wohl zumute, wenn ich keine Gelegenheit habe, ein paar Streiche zu machen und mich ordentlich auszutoben. Mir ist, als fehlte mir etwas, es kommt mir dann so vor, als hätte ich die Mütze oder die Pfeife verloren, kurz, ich fühle mich nicht mehr als rechter Kosak!“

„Wollt ihr heute den Amtmann mal tüchtig ärgern?“

„Den Amtmann?“

„Ja, den Amtmann. Wahrhaftig! Was denkt sich denn der? Der kommandiert bei uns herum wie ein Hetman! Nicht genug, daß er uns hin und her hetzt wie seine Knechte, nein, er macht sich auch noch an unsere Mädchen heran! Ich glaube, im ganzen Dorfe gibt’s auch nicht ein hübsches Mädchen, mit dem der Amtmann nicht anbändelte.“