Kalenik wollte sich aufrichten, aber eine unüberwindliche Macht fesselte ihn an die Bank.
„Das gefällt mir,“ sagte der Amtmann, „der kommt in fremde Stuben und benimmt sich ganz wie zu Hause! Schafft ihn nur in Frieden wieder hinaus! ....“
„Laßt ihn ausruhen, Gevatter,“ sprach der Branntweinbrenner, den Amtmann an der Hand zurückhaltend. „Das ist ein nützlicher Mensch: noch mehr solche Leute — und unsere Brennerei geht großartig!“
Es war jedoch nicht Gutmütigkeit, die ihn zu diesen Worten veranlaßte. Der Branntweinbrenner glaubte an allerhand üble Vorzeichen, und einen Menschen, der sich schon gesetzt hatte, davonjagen, das hieß für ihn so viel wie ein Unglück heraufbeschwören.
„Ach ja, das Alter rückt heran ....“ brummte Kalenik und streckte sich auf die Bank hin. „Wäre ich noch wenigstens betrunken! Aber bei Gott, nein, ich bin nicht betrunken! Wozu sollte ich denn flunkern? Und das will ich auch dem Amtmann selbst sagen, wenn’s sein muß! Was ist mir denn der Amtmann? Mag er verrecken, der Hundesohn. Ich spucke auf ihn. Ein Wagen soll ihn überfahren, den einäugigen Teufel! Was hat er den Leuten Wasser auf den Kopf zu gießen, wenn’s friert! ....“
„Oho! Kommt einem so ein Schwein ins Haus gekrochen und legt auch noch die Pfoten auf den Tisch!“ sagte der Amtmann und stand zornig von seinem Platze auf; aber in diesem Augenblicke flog ein gewichtiger Stein, der die Fensterscheibe zerschmetterte, ihm vor die Füße. Der Amtmann blieb stehen. „Wenn ich wüßte,“ sagte er, und hob den Stein auf, „welcher Galgenstrick den Stein da hereingeworfen hat, dem würde ich schon zeigen, was das heißt, Steine werfen! Was für Streiche!“ fuhr er fort, indem er den Stein in die Hand nahm und mit brennendem Blicke musterte. „Er soll ersticken an diesem Stein! ....“
„Halt, halt! Behüt dich Gott, Gevatter!“ fiel der Branntweinbrenner mit bleichem Gesichte ein. „Behüt dich Gott in dieser und jener Welt, jemand mit einem solchen Fluch zu bedenken!“
„Oho, der hat ja einen schönen Beschützer gefunden! Krepieren soll er ....“
„Hör auf, Gevatter! Du weißt wohl nicht, was meiner seligen Schwiegermutter widerfahren ist?“
„Deiner Schwiegermutter?“