Tschub erkannte die Stimme des Schmieds und wich etwas zurück. „Hm, nein, das ist nicht mein Haus,“ sagte er sich, „in mein Haus würde sich der Schmied doch nicht hineinwagen, aber wenn ich’s mir wiederum genauer ansehe, so ist’s auch nicht das Haus des Schmieds. Wessen Haus könnte das bloß sein? Holla! Daß ich’s nicht gleich erkannt habe! Das ist ja das Haus des lahmen Lewtschenko, der sich erst vor kurzem eine junge Frau genommen hat. Nur sein Haus sieht dem meinen so ähnlich. Daher kam es mir doch auch gleich etwas sonderbar vor, daß ich schon so schnell zu Hause war! Aber Lewtschenko sitzt jetzt ja beim Küster, das weiß ich genau. Was hat nur der Schmied hier zu suchen? .... Hahaha! Er besucht seine junge Frau. Das ist’s also! Schön! .... Jetzt verstehe ich alles.“
„Wer bist du und was treibst du dich vor fremden Türen herum?“ rief der Schmied noch gröber als früher und rückte näher.
„Nein, ich sag’ ihm nicht, wer ich bin,“ dachte sich Tschub, „am Ende krieg ich noch Hiebe von ihm, diesem verfluchten Bastard!“ Und er antwortete mit verstellter Stimme: „Ich bin doch ein anständiger Mensch! Ich will euch nur ein paar Weihnachtslieder vorsingen, um euch einen kleinen Spaß zu machen!“
„Scher’ dich zum Teufel mit deinen Weihnachtsliedern,“ schrie Wakula wütend. „Was stehst du noch da? Hörst du! Packe dich auf der Stelle!“
Tschub hatte diesen vernünftigen Vorsatz schon selbst gefaßt; es war ihm nur unangenehm, dem Befehle des Schmieds folgen zu müssen. Es schien ganz so, als ob ihn ein böser Geist vorwärts stieß und ihn zum Widerstand nötigte. „Was schreist du da so?“ rief er mit derselben Stimme. „Ich will euch Weihnachtslieder vorsingen und sonst nichts!“
„Aha! du hast also wohl an Worten noch nicht genug?“ rief der Schmied, und Tschub fühlte einen höchst schmerzhaften Schlag auf der Schulter.
„Du bist gleich mit Prügeln bei der Hand, wie ich sehe!“ sagte er und wich etwas zurück.
„Pack’ dich, marsch!“ schrie der Schmied und regalierte ihn mit einem zweiten Schlag.
„So!“ rief Tschub mit einer Stimme, in die sich Schmerz, Ärger und Furcht mischten. „Wie ich sehe, machst du keinen Spaß, deine Prügel tun ja ordentlich weh!“
„Marsch, vorwärts!“ rief der Schmied und schlug die Türe zu.