„Sieh einer an, was die will!“ riefen die Mädchen lachend.

„Ja!“ fuhr die Schöne stolz fort. „Seid ihr meine Zeugen: wenn mir der Schmied Wakula die Schuhe bringt, die die Zarin trägt, so habt ihr mein Wort darauf, daß ich sofort seine Frau werde.“

Die Mädchen führten die launische Schöne mit sich fort.

„Lache nur, lache!“ sprach der Schmied, der gleich nach ihnen das Haus verließ. „Ich lache selbst über mich! Ich grüble und grüble und kann’s nicht fassen, wo mein Verstand geblieben ist. Sie liebt mich nicht — nun, da ist nichts zu ändern! Als ob’s in der Welt nur die eine Oxana gäbe. Gott sei Dank, es gibt auch außer ihr noch viele nette Mädchen im Dorfe. Was soll ich denn überhaupt mit der Oxana? Sie wird ja doch nie eine gute Hausfrau; sie versteht es nur, sich zu putzen. Nein, nun ist’s genug! Nun soll die Narretei aufhören!“

Aber gerade zur selben Zeit, als der Schmied diesen Entschluß fassen wollte, führte ihm ein böser Geist Oxanas lachendes Antlitz vor Augen, und das sprach höhnisch: „Schmied, hol mir die Schuhe der Zarin, und ich bin deine Frau!“ Und alles in ihm geriet in Wallung, und er dachte nur noch an Oxana.

Scharen von Sängern: Burschen und Mädchen in getrennten Trupps eilten aus einer Straße in die andere. Aber der Schmied schritt dahin, ohne etwas zu sehen, und teilnahmslos gegen die Lustbarkeit, die er einst mehr geliebt hatte, als alle andern Burschen.


Unterdessen wurde der Teufel allen Ernstes zärtlich gegen Solocha: er küßte ihr die Hand mit denselben Fratzen, mit denen der Assessor der Popentochter die Hand zu küssen pflegt, legte seine Hand aufs Herz, stöhnte und erklärte geradeheraus, wenn sie nicht seine Leidenschaften stillen und ihn nach Brauch und Sitte erhören würde, wäre er zu allem fähig: er würde sich ins Wasser stürzen und seine Seele geradeswegs in die Hölle schicken. Solocha war nicht so hartherzig; und dann unterhielt der Teufel ja bekanntlich auch mit ihr eine alte Freundschaft. Sie liebte es, sich von Anbetern umringt zu sehen, und selten war sie ohne Gesellschaft. Diesen Abend gedachte sie jedoch allein zu verbringen, denn alle angesehenen Bewohner des Dorfes waren zum Weihnachtsschmaus beim Küster geladen. Aber es kam alles anders: Kaum hatte der Teufel seine Werbung vorgebracht, da vernahmen sie plötzlich ein Klopfen und die Stimme des beleibten Amtmanns vor der Türe. Solocha lief hin, um ihm aufzumachen, der flinke Teufel aber sprang hurtig in einen der Säcke.

Nachdem der Amtmann den Schnee von sich abgeschüttelt und ein Gläschen Schnaps aus Solochas Hand entgegengenommen und ausgetrunken hatte, erzählte er, er sei nicht zum Küster gegangen, denn es habe sich ein Schneegestöber erhoben; da habe er in ihrer Stube Licht gesehen und sei bei ihr eingekehrt, um den Abend mit ihr zu verbringen.

Kaum aber hatte der Amtmann das gesagt, als an die Türe geklopft wurde und sich die Stimme des Küsters vernehmen ließ. „Versteck mich irgendwo,“ flüsterte der Amtmann, „ich möchte jetzt nicht mit dem Küster zusammentreffen.“