Der Schmied kauerte sich neben den riesigen Säcken hin, band sie fest zusammen und machte sich daran, sie auf seine Schultern zu heben. Aber es war ersichtlich, daß seine Gedanken Gott weiß wo herumspazierten; sonst hätte er hören müssen, wie Tschub keuchte, als ihm das Haar auf dem Kopfe vom Strick festgeklemmt wurde, und wie der feiste Amtmann ziemlich deutlich den Schlucken bekam.
„Will mir diese abscheuliche Oxana denn gar nicht aus dem Sinne?“ sprach der Schmied. „Ich will nicht an sie denken; und doch kreisen meine Gedanken, immerfort und wie zu Fleiß allein um sie. Wie kommt es, daß man wider Willen an etwas denken muß? Verflucht! Die Säcke scheinen ja schwerer geworden zu sein! Sicher hat man zu den Kohlen noch etwas hinein gestopft. Ich Dummkopf. Ich vergesse ja ganz, daß mir jetzt doch alles schwerer erscheint. Früher konnte ich mit einer Hand eine Fünfkopekenmünze und ein Hufeisen zusammen- und wieder auseinanderbiegen, und jetzt kann ich nicht einmal mehr ein paar Kohlensäcke aufheben. Bald wird mich noch ein Windhauch umblasen .... Nein!“ rief er nach einem kurzen Schweigen und faßte Mut. „Was bin ich doch für ein Frauenzimmer! Ich erlaube niemandem, über mich zu lachen! Und wenn es auch zehn solche Säcke wären, — ich trag sie alle weg!“ Und rüstig warf er sich die Säcke über die Schultern, diese Säcke, die nicht einmal zwei kräftige Männer hätten aufheben können. „Ich nehme auch den da noch mit,“ fuhr er fort und hob den kleinen Sack in die Höhe, auf dessen Boden der Teufel zusammengekauert lag. „Da hab ich meine Werkzeuge hineingetan.“ Mit diesen Worten verließ er das Haus, und vor sich her summte er das Liedchen:
„Ach vom Weibe sollt ich lassen!“
Immer lauter und lauter erklangen die Lieder und das Gelächter auf den Straßen. Den Scharen der umherziehenden Leute schlossen sich auch noch solche an, die aus den kleineren Nachbardörfern herbeigekommen waren. Die Burschen tobten umher und verübten nach Herzenslust allerhand Streiche. Oft auch klang in die Weihnachtsgesänge ein lustiges Liedchen hinein, das einer der jungen Kosaken eben erst verfaßt hatte. Oder plötzlich sang einer aus der Menge statt eines Weihnachtsliedes ein Silvesterliedchen und brüllte aus vollem Halse:
Silvester, Bester!
Will lecken ’nen Wecken!
Will papfen ’nen Krapfen!
Will Wurst nach’m Durst!