Da merkte Wakula, daß weder Klöße noch ein Faß vor Patzjuk standen; statt dessen aber standen zwei Holzschüsseln auf dem Boden: die eine war mit Krapfen, die andere mit Rahm gefüllt. Seine Gedanken und seine Augen wandten sich unwillkürlich diesen Gerichten zu. „Sehn wir mal zu, wie Patzjuk die Krapfen essen wird,“ sagte er zu sich selbst. „Er wird sich sicher nicht bücken wollen, um sie mit dem Mund einzuschlürfen, wie die Klöße; es geht ja auch gar nicht: man muß den Krapfen ja zuerst in den Rahm tunken!“

Doch kaum hatte er dies gedacht, da sperrte Patzjuk seinen Mund weit auf, blickte auf die Krapfen und riß dann den Mund noch weiter auf. Da plantschte ein Krapfen aus der Schüssel, fiel klatschend in den Rahm, drehte sich auf die andere Seite, hüpfte hoch empor und fiel ihm stracks in den Mund. Patzjuk verzehrte den Krapfen, machte den Mund wieder auf, und mit einem anderen Krapfen geschah dasselbe. Er selbst mußte sich nur die Mühe nehmen, zu kauen und ihn zu verschlucken.

„Potztausend!“ dachte der Schmied und machte vor Verwunderung den Mund weit auf; aber da merkte er, daß auch ihm ein Krapfen in den Mund hineinspazierte, und schon waren seine Lippen mit Rahm beschmiert. Der Schmied stieß den Krapfen verwirrt von sich, wischte sich die Lippen und begann darüber nachzudenken, was für Wunder es doch in der Welt gäbe, und bis zu welchen Spitzfindigkeiten des Satans Macht einen Menschen gelangen ließe; und er sagte sich beiläufig, daß nur Patzjuk imstande sei, ihm zu helfen.

„Ich will mich noch einmal verbeugen, vielleicht sagt er’s mir .... Aber, Teufel! Morgen ist ja Weihnachten, und er ißt Krapfen — das ist doch kein Fastenessen! Was bin ich doch für ein Dummkopf: steh da und belade mich mit Sünde! Zurück! ....“ Und der gottesfürchtende Schmied stürzte aus dem Hause.

Da aber konnte der Teufel, der im Sack saß und sich schon im Voraus gefreut hatte, vor Angst, es könne ihm eine so großartige Beute entgehen, nicht mehr an sich halten. Kaum ließ der Schmied den Sack zu Boden gleiten, so sprang er flugs hinaus und setzte sich rittlings auf seinen Hals.

Den Schmied überlief es kalt; er erschrak, wurde totenbleich, und wußte einfach nicht, was er tun sollte; schon wollte er sich bekreuzigen .... Aber der Teufel neigte sein Hundeschnäuzchen an Wakulas rechtes Ohr und sagte: „Ich bin’s, dein Freund; ich werde alles für meinen Kameraden und Genossen tun! Ich gebe dir Geld, soviel du willst,“ murmelte er ihm ins linke Ohr. „Oxana wird heute noch die Unsere sein,“ flüsterte er, sein Maul wieder zum rechten Ohr neigend. Der Schmied stand da und sann. „Schön,“ sagte er endlich, „um diesen Preis bin ich bereit, dir anzugehören!“

Der Teufel schlug die Hände zusammen und begann vor Freude auf dem Halse des Schmiedes auf und ab zu hüpfen. „Jetzt habe ich den Schmied!“ dachte er bei sich. „Gut, mein Täubchen, du sollst mir all deine Malereien und Schmierereien, mit denen du den Teufel verspottet hast, bezahlen! was werden meine Genossen dazu sagen, wenn sie erfahren, daß der frömmste Mann des Dorfes in meinen Händen ist?“

Und der Teufel lachte und stellte sich vor, wie er in der Hölle die geschwänzte Rotte necken werde; und wie der hinkende Teufel, der als Meister aller satanischen Streiche galt, Wut schnauben würde.

„Na Wakula!“ piepste der Teufel, der den Hals des Schmiedes immer noch nicht verlassen hatte, gerade als ob er befürchtete, jener könne ihm entwischen. „Du weißt ja, daß ohne Vertrag nichts unternommen wird.“

„Ich bin bereit!“ sagte der Schmied. „Wie ich gehört habe, unterzeichnet man bei euch die Verträge mit Blut; halt, ich hol mir nur einen Nagel aus der Tasche!“