Unterdessen stellte die triumphierende Gattin ihr Lämpchen auf den Boden, band den Sack auf und blickte hinein.

Aber ihre alten Augen, die den Sack doch so gut wahrgenommen hatten, täuschten sie wohl diesmal. „He, da liegt ja ein ganzer Eber!“ rief sie, vor Freude in die Hände klatschend.

„Ein Eber! Hörst du, ein ganzer Eber!“ rief der Weber und puffte den Gevatter in die Seite, „du allein hast an allem schuld!“

„Was ist da zu machen!“ rief der Gevatter achselzuckend.

„Was? Warum stehen wir auch so ruhig da? Nehmen wir ihr doch den Sack ab! Pack dich!“

„Vorwärts marsch, du Teufelsweib! Der Eber gehört uns!“ rief der Gevatter und rückte vor. Seine Gattin griff wieder zum Ofenhaken, aber in diesem Augenblick kroch Tschub aus dem Sack und stellte sich breitbeinig mitten im Flur hin, indem er sich dehnte und reckte, wie ein Mensch, der soeben aus einem langen Schlafe erwacht ist.

Des Gevatters Frau stieß einen Schrei aus, schlug die Hände zusammen, und alle miteinander sperrten unwillkürlich die Mäuler auf.

„Was faselt sie da von einem Eber, diese Närrin! Das ist doch kein Eber,“ sagte der Gevatter, die Augen weit aufreißend.

„Sieh einer an, was für einen Kerl sie da in den Sack gesteckt haben!“ rief der Weber, vor Schreck zurückweichend. „Sag, was du willst, ich will auf der Stelle platzen, wenn da nicht der Böse seine Hand im Spiel hat. Der da kann doch durch kein Fenster, geschweige denn in einen Sack geraten!“

„Das ist ja Gevatter Tschub!“ rief der Gevatter, als er näher zusah.