Der Schmied beeilte sich, einen grünen Schupan anzuziehen, als auf einmal die Tür aufging und ein Mann mit Tressen am Rock eintrat und sagte, es sei die höchste Zeit, abzufahren.

Dem Schmied war es wieder wunderlich zumute, als er in der riesigen Kalesche dahinfuhr, die auf Sprungfedern hin und her schaukelte; und als die vierstöckigen Häuser auf beiden Seiten an ihm vorbeirannten, und das Pflaster mit Gepolter wie von selbst unter den Füßen der Pferde dahinzurollen schien.

„O Gott, wie hell es ist!“ dachte der Schmied bei sich, „bei uns ist es nicht einmal am Tage so hell!“

Die Wagen hielten vor einem Palaste. Die Saporoger stiegen aus, traten auf den prächtigen Vorplatz und begannen die blendend beleuchtete Treppe hinaufzusteigen.

„Was für eine Treppe!“ flüsterte der Schmied vor sich hin, „es wäre doch schade, mit den Füßen drauf zu treten. Welch ein Schmuck! Und da sage noch einer: die Märchen lügen! Wahrlich, die lügen nicht! O Gott, mein Gott, was für ein Geländer! Was für eine Arbeit! Da hat man allein fürs Eisen mindestens fünfzig Rubel ausgegeben!“

Oben angelangt, durchschritten die Saporoger den ersten Saal. Scheu folgte ihnen der Schmied, voller Angst, er könnte bei jedem Schritt auf dem Parkett ausgleiten. Drei Säle durchschritten sie und der Schmied war noch immer nicht aus seiner Verwunderung herausgekommen. Wie sie in den vierten Saal traten, ging er unwillkürlich an ein Gemälde heran, das an der Wand hing. Es war ein Bild der heiligen Jungfrau mit dem Sohne auf dem Arm.

„Was für ein Bild! Was für eine wunderbare Malerei!“ dachte er und stellte seine Betrachtungen an. „Es sieht aus, als wollte es reden! Wie lebendig es ist! Und das Christkind! Wie es die Händchen faltet und lächelt, das Ärmste! Und diese Farben! O Gott! Welche Farben! Da hat man wohl auch nicht für eine Kopeke Ocker gebraucht, glaub ich, sondern nichts als Karmin und Grünspan. Und wie das Blau leuchtet! Eine meisterhafte Arbeit. Der Grund ist wahrscheinlich mit dem kostbarsten Bleiweiß angelegt. Aber wenn diese Malerei wunderbar ist, so ist doch dieser Messinggriff noch mehr der Bewunderung würdig,“ fuhr er fort, indem er an die Tür trat und das Schloß betastete. „Was für eine saubere Arbeit! Ich bin sicher, das alles ist von ausländischen Schmieden gemacht und die haben sich sicherlich die höchsten Preise dafür zahlen lassen.“

Der Schmied wäre vielleicht noch lange in seinen Betrachtungen fortgefahren, wenn ihn nicht ein betreßter Lakai am Arm gepufft und ermahnt hätte, nicht hinter den anderen zurückzubleiben. Die Saporoger durchschritten noch zwei Säle und machten dann halt. Da hieß man sie warten. Im Saale standen einige Generäle in goldbestickten Uniformen. Die Saporoger verbeugten sich nach allen Seiten und traten zu einer Gruppe zusammen.

Einen Augenblick später kam, begleitet von einem ganzen Gefolge, ein korpulenter Mann von majestätischer Statur, in Hetmansuniform und mit feinen gelben Stiefeln herein. Sein Haar war wirr, das eine Auge schielte etwas, das Gesicht drückte Stolz und Erhabenheit aus, allen seinen Bewegungen merkte man die Gewohnheit, zu befehlen, an. Alle Generäle, die in ihren goldenen Uniformen umherstolzierten, gerieten in Bewegung und schienen jedes seiner Worte, ja die leiseste Bewegung von ihm unter tiefen Verbeugungen auffangen zu wollen, um alles schleunigst auszuführen. Aber der Hetman achtete nicht einmal darauf, nickte kaum mit dem Kopfe und ging auf die Saporoger zu.

Sämtliche Saporoger verbeugten sich tief.