Die Kaiserin, die in der Tat die zierlichsten und reizendsten Füßchen besaß, mußte lächeln, als sie ein solches Kompliment aus dem Munde eines einfältigen Schmiedes vernahm, der trotz seines braunen Gesichtes in seinem Saporogergewand für einen wirklich schönen Mann gelten konnte.

Hocherfreut über diese wohlwollende Aufmerksamkeit wollte der Schmied die Zarin schon über alles ordentlich ausfragen: ob’s wahr sei, daß die Zaren nichts wie Honig und Speck äßen und ähnliches mehr. Da aber fühlte er, wie die Saporoger ihn in die Rippen pufften, und er beschloß, zu verstummen. Und als die Zarin sich den alten Leuten zuwandte und sie über ihr Leben und Treiben in der Ssjetsch auszufragen begann, trat er zur Seite, neigte sich zu seiner Tasche hinab, sagte leise: „Bring mich schnell von hier weg!“ Und auf einmal befand er sich wieder hinter dem Schlagbaum.


„Ertrunken! Bei Gott, er ist ertrunken! Ich will mich nicht mehr vom Fleck rühren, wenn er nicht ertrunken ist!“ murmelte die dicke Webersfrau, die mitten auf der Straße in einem Haufen von Weibern stand.

„Was, ich bin also eine Lügnerin? Hab’ ich etwa jemandem eine Kuh gestohlen? Oder hab’ ich jemand böse angesehen, daß ihr mir nicht trauen wollt?“ schrie eine Frau mit violetter Nase und in einem Kosakenkittel, indem sie mit ihren Armen hin und her fuchtelte. „Ich will nie wieder Wasser trinken, wenn die alte Perepertschicha nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wie der Schmied sich erhängt hat!“

„Der Schmied hat sich erhängt? Eine schöne Bescherung!“ rief der Amtmann, der eben aus dem Hause Tschubs kam; er blieb stehen und drängte sich unter die Keifenden.

„Sage lieber, du willst keinen Schnaps mehr trinken, du alte Sauftrine du!“ antwortete die Webersfrau. „Da müßte man ja gerad’ so blöde sein, wie du, um sich aufzuhängen! Er ist ertrunken, er ist im Eisloch ertrunken! Das weiß ich so gewiß, wie daß du soeben im Wirtshaus gewesen bist.“

„Was, du freches Frauenzimmer? Sieh mal einer an, was die mir vorwirft!“ entgegnete wütend die Frau mit der violetten Nase. „Du hättest doch lieber das Maul halten sollen, du Weibsstück du! Als ob ich nicht wüßte, daß jeden Abend der Küster zu dir kommt!“

Die Webersfrau geriet außer sich.

„Was tut der Küster? Zu wem kommt er? Was faselst du da?“