„Nun, was soll das?“

„Für sie hat er alles getan und ist übergegangen. Wenn sich ein Mensch verliebt, geht es mit ihm wie mit einer Stiefelsohle, die man biegen kann, wie man will, wenn man sie erst im Wasser aufgeweicht hat ...“

Bulba versank in tiefes Sinnen. Er dachte daran, wie groß die Macht eines schwachen Weibes ist. Wieviel Starke sie schon ins Verderben gestürzt hatte, und daß Andrijs Natur ihr nur allzuleicht unterlag. Und lange stand er wie versteinert auf einer Stelle.

„Hört, Herr, ich will Euch alles ausführlich erzählen,“ sagte der Jude.

„Im selben Augenblick, wie ich den Lärm hörte und sah, wie die Soldaten durch das Stadttor einzogen, da steckte ich für alle Fälle eine Perlenschnur zu mir; ich sagte mir: es gibt doch in der Stadt schöne Edelfrauen, die werden mir schon ein paar Perlen abkaufen, auch wenn sie nichts zu essen haben. Und kaum daß mich die Knechte des Fähnrichs losgelassen hatten, da lief ich schnell nach dem Hause des Wojewoden, um die Perlen zu verkaufen. Dort fragte ich eine Dienerin, eine Tatarin aus, von der ich alles erfuhr. Es wird bald Hochzeit gefeiert, sowie die Saporoger verjagt sind. Der Herr Andrij hat versprochen, die Saporoger fortzujagen.“

„Und du hast ihn nicht sofort totgeschlagen, den Satan!“ schrie Taraß.

„Warum totschlagen? Er ist doch aus freien Stücken übergegangen! Was kann er dafür? Es geht ihm dort besser als hier: so ist er eben zu ihnen gegangen!“

„Hast du ihn von Angesicht gesehen?“

„Bei Gott, von Angesicht zu Angesicht! Welch ein vornehmer Herr! Weit schöner als alle andern! Gott schenke ihm Gesundheit — er hat mich sogleich erkannt und als ich zu ihm herantrat, sagte er sofort ...“

„So? Was hat er gesagt!“