„Ich dachte, bei Gott, du seist der erhabene Wojewode selbst! Oh oh oh.“ Bei diesen Worten schüttelte der Jude den Kopf und spreizte die Finger. „Oh oh, wie würdig und vornehm der Herr aussehen. Bei Gott — ein Oberst, wie ein richtiger Oberst! Nur noch ein Tröpfchen, und nichts fehlte zu einem Oberst! Der Herr müßte auf einem Pferde sitzen, so schnell, wie eine Fliege, und Parade abhalten über alle Regimenter!“
Der Heiduck brachte den untern Teil seines Bartes in Ordnung, und seine Augen strahlten vor Vergnügen.
„Nein, was sind die Soldaten doch für ein Volk,“ fuhr der Jude fort. „O weh mir, was für ein prächtiges Volk! Schnüre, Tressen, das glänzt ordentlich wie die Sonne! Und die Fräulein, die die Herren Soldaten sehen — oh oh ...“ Und der Jude schüttelte wieder den Kopf.
Der Heiduck strich sich mit der Hand über den oberen Teil des Bartes und gab hierbei einen Laut von sich, der dem Wiehern eines Pferdes glich.
„Darf ich den Herrn untertänigst um eine Freundlichkeit bitten?“ bat der Jude, „der Fürst hier ist aus fremden Landen gekommen; er möchte sich die Kosaken ansehen. Hat er doch in seinem Leben nicht gesehen, was für ein Volk die Kosaken sind!“
Die Besuche ausländischer Grafen und Barone kamen in Polen ziemlich häufig vor; oft führte sie nichts hin als die bloße Neugierde, sich diesen halbasiatischen Winkel Europas anzusehen. Moskau und die Ukraine galt ihnen schon für Asien. Der Heiduck hielt es daher nach einer ziemlich tiefen Verbeugung für nötig, von sich aus noch ein paar Worte hinzuzufügen.
„Ich weiß nicht,“ sagte er, „warum Euer Durchlaucht sie sich ansehen wollen. Das sind ja Hunde und keine Menschen. Und einen Glauben haben sie, den achtet niemand!“
„Das lügst du, Teufelsbrut,“ rief Bulba. „Du selbst bist ein Hund! Wie wagst du, zu sagen, daß man unsern Glauben nicht achtet! Euren ketzerischen Glauben, den verabscheut jeder Rechtgläubige!“
„Aha steht es so!“ rief der Heiduck, „jetzt weiß ich, wer du bist, mein Freund! Du gehörst wohl selbst zu diesen, die hier festsitzen. Warte mal, ich will mal unsere Leute herbeirufen!“
Taraß sah ein, wie unvorsichtig er gewesen war, aber Trotz und Wut hinderten ihn, darüber nachzudenken, wie er es wieder gut machen sollte. Glücklicherweise griff Jankel sofort ein.