Der Rhetor kniete nieder und versuchte den Weg mit den Händen zu befühlen, aber seine Hände gerieten fortwährend in einen Fuchsbau hinein. Ringsumher lag die öde Steppe: scheinbar war hier noch nie jemand vorbei gefahren.

Die Wanderer machten noch einen Versuch, weiterzugehen: aber überall stießen sie auf die gleiche Wildnis. Der Philosoph fing an zu rufen: jedoch seine Stimme verhallte ohne in der Umgegend das geringste Echo zu wecken. Nach einer Weile hörten sie ein schwaches Stöhnen, das einige Ähnlichkeit mit dem Heulen eines Wolfes hatte.

„Teufel — was ist hier zu machen?“ sagte der Philosoph.

„Was? — wir bleiben hier und übernachten im Feld,“ erwiderte der Theologe und griff in die Tasche, um sein Feuerzeug hervorzuholen und sich von neuem die Pfeife anzuzünden. Aber der Philosoph wollte nicht darauf eingehen: er hatte die Gewohnheit, vor dem Schlafengehn noch einen halben Zentner Brot und vier Pfund Speck zu vertilgen, und fühlte eine unerträgliche Leere im Magen; auch fürchtete er sich trotz seiner heiteren Gemütsart ein wenig vor den Wölfen.

„Nein, Haljawa, das geht nicht,“ sagte er. „Wollen wir uns etwa ohne jede Stärkung hinlegen und einschlafen, wie die Hunde? Versuchen wir’s doch noch einmal, vielleicht stoßen wir noch auf irgend ein Haus, und vielleicht glückt es uns wenigstens, vor dem Schlafengehen noch ein Gläschen Schnaps herunterzugießen.“

Bei dem Worte „Schnaps“ spuckte der Theologe aus und murmelte: „natürlich, wozu sollten wir auch im Freien übernachten?“

Die Burschen gingen weiter und glaubten bald zu ihrer großen Freude in der Ferne etwas wie Hundegebell zu vernehmen. Sie horchten, von welcher Seite das Gebell herkam, und schritten fröhlich vorwärts. Nach einer Weile erblickten sie ein Licht.

„Ein Gehöft, bei Gott, ein Gehöft,“ rief der Philosoph.

Seine Vermutung hatte ihn nicht betrogen. Nach einiger Zeit bemerkten sie eine Ansiedlung, die nur aus zwei Hütten und einem Hof bestand. In den Fenstern schimmerte Licht; ein Dutzend Pflaumenbäume ragte über den Zaun. Als die Burschen durch die Spalten zwischen den Brettern des Tores blickten, gewahrten sie einen Hof, der voller großer Lastwagen stand. Jetzt erglänzten auch einige Sterne am Himmel.

„Hallo Brüder, jetzt heißt es energisch sein! Koste es was es wolle, wir müssen uns ein Nachtlager erobern!“