Anna Andréjewna. Papperlapapp, rede kein dummes Zeug! Als noch die Frau Oberst hier wohnte, die die größte Modedame war, die ich je gesehen, und sich alle Kostüme aus Moskau verschrieb — sagte sie mir bei jeder Gelegenheit: „Liebste Anna Andréjewna, verraten Sie mir doch bloß das Geheimnis, weshalb Ihre Augen einen so sprechenden Ausdruck haben!“ Überhaupt herrschte nur eine Stimme: „Mit Ihnen, Anna Andréjewna, braucht man nur eine Minute beisammen zu sein, um infolge Ihrer Liebenswürdigkeit alles um sich her zu vergessen.“ Und der Stabsrittmeister Starokopytoff, der sich damals, was weiß ich, wegen Remonte hier aufhielt? Der schöne Mann mit dem frischen, prächtig roten Gesicht, den pechschwarzen Augen, dem weißen Hemdkragen aus dem feinsten Batist, wie ihn unsre Kaufleute uns noch nie geliefert haben? Der sagte mir zu wiederholten Malen: „Ich schwöre Ihnen, Anna Andréjewna, noch nie habe ich solche Augen gesehen, nicht einmal in Romanen davon gelesen; ich weiß nicht wie mir geschieht, wenn ich Sie anschaue! ..“ Ich trug damals noch eine Tüllpelerine, mit Weinblättern und Ähren bestickt und mit zarten Spitzen eingefaßt, kaum einen Finger breit, einfach bezaubernd! Und dann sagte er jedesmal: „Ihr Anblick, Anna Andréjewna, bereitet mir solches Entzücken, daß mein Herz vollständig ...“ ach, ich weiß schon gar nicht mehr, was er alles geredet hat. Nachher hat er sogar noch Geschichtchen gemacht: er wollte sich partout erschießen, aber die Pistolen waren irgendwie abhanden gekommen; sonst wäre er längst nicht mehr am Leben.

Márja Antónowna. Ich weiß nicht, Mama, aber ich meine doch, deine untere Gesichtspartie sei weit hübscher als deine Augen.

Anna Andréjewna. Unsinn, davon kann gar keine Rede sein! Das ist alles dummes Zeug!

Márja Antónowna. Nein, wirklich, Mama, wenn man dich so sprechen oder im Profil sitzen sieht, dann ist besonders dein Mund ...

Anna Andréjewna. Hör auf mit dem dummen Geschwätz! Du bist wirklich unausstehlich! Immerfort muß sie herumstreiten ... Gott bewahr’ mich! Will gleich vor Neid vergehen, nur weil ihre Mama schöne Augen hat! — Und bei all dem Gezänk und dem Unsinn haben wir uns richtig ganz verplappert. Paß auf, er kommt und überrascht uns noch in dem unmöglichsten Aufzuge! (Eiligst ab, gefolgt von Márja Antónowna.)

Chlestakóff und Rastakówski (in Uniform der Zeit Katharinas II. mit Achselschnüren).

Rastakówski. Habe die Ehre mich vorzustellen: Einwohner und Hausbesitzer hiesiger Stadt, Sekond-Major a. D. Rastakówski.

Chlestakóff. Sehr erfreut; bitte nehmen Sie gefälligst Platz. Ich bin mit Ihrem Chef sehr gut bekannt.

Rastakówski (hat sich gesetzt). Ah, Sie kannten also Sadunaiski?

Chlestakóff. Welchen Sadunaiski?