Rastakówski (ohne darauf zu hören). Eine schöne männliche Gestalt, blondes Haar, dazu goldne Achselschnüre. Wie der Mazurka tanzen konnte! Brauchte nur in die Hände zu klatschen, um selbst dem Oberst seine Tänzerin abspenstig zu machen. Na, und überhaupt die kleinen Mädchen, ha, ha, ha! ... Wir biwakierten damals unter Zelten; und wenn man bloß mal so in sein Zelt hineinguckte, ha, ha, ha, da saß auch richtig so eine Kleine drin; und wurde dann morgens vom Burschen hinausgeführt, als Dragoner vermummt, im Dreimaster, ha, ha, ha, ein Portepée an der Seite, ha, ha, ha ...

Chlestakóff. Eine ähnliche Geschichte passierte einem meiner Bekannten, einem Beamten in recht einträglicher Stellung. Wie der eines Tages im Schlafrock dasitzt und seine Pfeife raucht, kommt mit einemmal ein Offizier von der Chevaliergarde, auch ein Freund von mir, herein und sagt ... (unterbricht sich und schaut Rastakówski scharf ins Auge.) Hören Sie mal, könnten Sie mir nicht etwas Geld borgen? Ich habe mich unterwegs ganz verausgabt.

Rastakówski. Wer bat denn um Geld: der Beamte den Offizier oder der Offizier den Beamten?

Chlestakóff. Nicht doch, ich bitte Sie darum. Sehen Sie, ich tue es lieber gleich, ehe ich’s nachher noch vergesse.

Rastakówski. Also Sie brauchen Geld? Seltsam, und ich glaubte, der Offizier in der Anekdote bäte darum. Wie man sich doch im Gespräch oft täuschen kann! Sie also brauchen Geld? Und ich kam offen gestanden gerade mit der Absicht, Sie meinerseits mit einer äußerst dringlichen Bitte zu belästigen.

Chlestakóff. Und die wäre?

Rastakówski. Ich habe nämlich Anspruch auf eine Pensionszulage und hatte Sie höflichst darum bitten wollen, dort bei den Senatoren oder bei sonstigen Persönlichkeiten ein gutes Wort für mich einzulegen.

Chlestakóff. Aber gewiß, mit Vergnügen.

Rastakówski. Ich selber habe schon mal eine Bittschrift eingereicht, möglicherweise aber nicht an die zuständige Stelle.

Chlestakóff. Wie lange ist denn das her?