1) Ist die stumme Schlußszene, die in den früheren Ausgaben folgendermaßen lautete, weit ausführlicher behandelt: „Alle stoßen einen Schrei der Überraschung aus und bleiben mit offenem Munde und langen Gesichtern stehen. Stumme Szene. Der Vorhang fällt.“

2) In der zweiten Ausgabe von „Gogols Werken“ fehlen folgende Ausführungen über die Gäste, die offenbar vom Verfasser herstammen: „Die Gäste müssen einen möglichst verschiedenartigen Charakter haben. Es müssen große und kleine, dicke und dünne, ungekämmte und gekämmte darunter sein. Auch müssen sie verschieden angezogen sein, die einen müssen Fräcke, die andern ungarische Röcke und andre Röcke von verschiedener Farbe und verschiedenem Schnitt tragen. Auch die Kostüme der Damen müssen dieselbe Mannigfaltigkeit aufweisen, die einen müssen ziemlich anständig angezogen sein, sogar mit einem gewissen Anspruch auf Modernität, doch aber muß es immer an etwas fehlen: entweder sitzt die Haube schief, oder sie haben einen ganz seltsamen Pompadour usw., wieder andre haben Kleider an, die überhaupt keiner Mode entsprechen — sie tragen große Tücher und Hauben in Form eines Zuckerhutes — überhaupt muß man auf das Ganze des Stückes achten. Angst, Entsetzen, Überraschung, Unruhe — das alles muß plötzlich und überall in der ganzen Gruppe der handelnden Personen zum Ausdruck kommen und sich zugleich in jedem Einzelnen in seiner Weise und gemäß seinem besonderen Charakter spiegeln“ ([Vergl. Seite 8]).

3) Die Stelle im Monolog Chlestakoffs ([Seite 35] „Dieser Hauptmann“ usw.) hatte in den beiden ersten Ausgaben folgende Fassung: „Dieser Hauptmann hat mich am meisten ausgebeutelt, übrigens: man kann sagen, was man will, die Bestie konnte glänzend die Volte schlagen. Kaum ein Viertelstündchen gespielt und ratzekahl geschoren! Er spielt wirklich fein! Wenn ich doch noch einmal irgendwo mit ihm zusammentreffen könnte! Übrigens, wie sollten wir noch einmal zusammentreffen? Zu alledem bedarf’s eines glücklichen Zufalls. Wenn ich doch nur schnell nach Hause fahren könnte. Wirklich, ich habe das Reisen satt. Und dazu muß es noch so ein ekelhaftes Nest sein! In andern Städten, da findet man doch noch wenigstens etwas: hier dagegen gibt es auch gar nichts. Im Obstladen, da gibt es zwar noch einen passablen Stör, aber die verdammten Verkäufer geben einem so schrecklich wenig zum Probieren“.

4) Ferner ist folgende Stelle aus den ersten beiden gedruckten Ausgaben des Revisor umgearbeitet: „Chlestakoff (erschrocken). Da haben wir die Bescherung! Daran hätte ich weiß Gott niemals gedacht. Diese Bestie von Wirt! Was nun, wenn er mich wirklich ins Loch steckt! Hm! In ein standesgemäßes Gewahrsam ... das wäre noch nicht so schlimm, da ginge ich vielleicht noch mit. Nein, was sage ich, ich ginge noch mit? Gestern haben mir zwei Kaufmannstöchter nachgesehen, und dann treiben sich da auch immerfort Offiziere herum ... Nein damit bin ich nicht einverstanden. Das kann er nicht machen, oder wenn er es täte, wäre er ein solches Schwein ... Das kann man sich wohl mit irgendeinem Krämer oder mit einem Handwerker erlauben ... Nein, nur nicht nachgeben (Mut fassend). Was kann er mir antun? Ich sags ihm geradezu. Wie können Sie! ... Ich will nichts davon wissen. (Die Türklinke bewegt sich, Chlestakoff erbleicht).“

5) Auch folgende Stelle aus der ersten und zweiten Ausgabe hat leichte Änderungen erfahren: [Seite 120]. „Schweig still, gar nichts weißt du, und menge dich nicht in anderer Leute Angelegenheiten. Anna Andrejewna, glauben Sie mir, ich bitte nur darum um Ihre Hand oder um die Ihrer Tochter, weil ich mich von herzlicher Liebe ergriffen fühle, und von Bewunderung für Ihre Vorzüge erfüllt bin. In so schmeichelhaften Ausdrücken bewegte er sich, ... und als ich sagen wollte, wir erkühnen uns nie, auf eine solche Ehre zu hoffen, da sagte er kein Wort, fiel plötzlich auf die Knie und rief in derselben vornehmen Art: Anna Andrejewna, machen Sie mich nicht unglücklich! Wenn Sie meine Gefühle nicht erwidern, so macht der Tod meinem Leben ein Ende. Und weiter — Kreisrichter. In der Tat! Ein außerordentliches Ereignis! Schulinspektor. Das gnädige Schicksal hat es so gefügt. — Hospitalverwalter (beiseite). Diesem Schwein fliegen auch immer die gebratenen Tauben ins Maul.“

Alle Korrekturen und Verbesserungen, die in der endgültigen Fassung des Revisors Aufnahme fanden, sind von Gogol in die erste in Druck erschienene Ausgabe eingetragen (1836).

Abriß aus einem Brief, den der Autor bald nach der ersten Aufführung an einen Schriftsteller richtete. Der erste Entwurf stammt aus dem April des Jahres 1836. Die endgültige Ausarbeitung für den Druck fand Anfang März 1841 statt.

Vorbemerkung für diejenigen, die den Revisor sachgemäß aufzuführen beabsichtigen. Ist wahrscheinlich gegen Ende des Jahres 1842 niedergeschrieben.

Zwei Szenen, die schon bei der ersten Ausgabe, als den Gang der Handlung störend, ausgeschieden wurden. Der erste Entwurf stammt aus den Jahren 1834 und 1835. Ende 1835 wurden sie noch einmal umgearbeitet. Die zweite von diesen Szenen erschien zum erstenmal im „Moskwitjanin“ (Der Moskauer) Band 3, 1841, und dann um einige Stellen vermehrt in der zweiten Ausgabe des „Revisor“, 1841 wurden beide Szenen für den Druck umgearbeitet.

Eine vom Autor in die Buchausgabe nicht mit aufgenommene Szene des „Revisor“. Stammt aus dem Jahr 1835.