Anna Andréjewna. Aber wie ist’s nur möglich! Zuviel der Ehre ... ich verdiene es durchaus nicht.

Chlestakóff. Aber weshalb sollten Sie es nicht verdienen? Sie verdienen es, Gnädigste, wirklich, Sie verdienen es.

Anna Andréjewna. Ich lebe auf dem Dorfe ...

Chlestakóff. Oh, auch das Dorf hat seine hübschen runden Hügel und stillen Bäche ... Nun freilich, wer wird das alles auch gleich mit Petersburg vergleichen wollen! Ah, Petersburg! Welch ein Leben! Sie denken vielleicht, ich wäre bloß so ein kleiner Aktenschreiber — nicht entfernt! Ich stehe mit dem Abteilungschef auf dem vertrautesten Fuße. Der schlägt mir dann wohl gelegentlich auf die Schulter und sagt: „Na, Kollege, Mahlzeit!“ Ins Departement komme ich höchstens für zwei Minuten, nur um dort Anweisungen zu geben — das so, das so, das so. Da steht gleich so ein Sekretär, flink wie eine Ratte, setzt bloß die Feder an — kri-kri, kri-kri, kri-kri, das fliegt nur so! Man wollte mich sogar zum Kollegien-Assessor machen, na, ich weiß genau warum. Und der Portier kommt mir noch auf die Treppe nachgelaufen und ruft: „Erlauben Sie, Iwán Alexándrowitsch, daß ich Ihnen erst die Stiefel säubere!“ (Zum Polizeimeister.) Aber warum stehen Sie denn, meine Herren? Bitte, setzen Sie sich doch!

Polizeimeister. Unser bescheidner Rang gebietet uns zu stehen.

Hospitalverwalter. Wir können auch stehen.

Schulinspektor. Bitte bemühen Sie sich doch nicht. (Alle drei gleichzeitig.)

Chlestakóff. Rang bei Seite, bitte setzen Sie sich! (Polizeimeister und alle anderen setzen sich.) Im Gegenteil, ich bemühe mich sogar möglichst unbemerkt durchzuschlüpfen, aber unmöglich sich zu verbergen, rein unmöglich! Kaum trete ich wo heraus, gleich heißt’s: „Ei, da ist ja Iwán Alexándrowitsch!“ Einmal hielten sie mich sogar für den Oberkommandierenden; die Soldaten rannten aus der Hauptwache und präsentierten das Gewehr. Nachher sagte mir ein Offizier, ein guter Bekannter von mir: „Schau doch Freundchen, haben wir dich wahrhaftig für den Oberkommandierenden gehalten.“

Anna Andréjewna. Nun sagen Sie bloß!

Chlestakóff. Hübsche Schauspielerinnen kenne ich auch. Auch verschiedene Vaudevilliers ... Mit Schriftstellern verkehre ich viel. Mit Puschkin bin ich ganz intim. Trifft man sich mal, dann sage ich so zu ihm: „Na, Puschkinchen, wie geht’s?“ „Na, wie soll’s gehn, Kollege,“ meint er dann, „danke, es macht sich.“ Ein Original, dieser Puschkin.