„Natürlich, um Peppe zu sehen! Nicht wahr, Herr Fürst? Doch nur um Peppe zu sprechen? Nicht wahr? Herr Fürst? Um Peppe zu sprechen?“
„Ach was, Peppe! Was für einen Peppe,“ fuhr siora Susanna, mit beiden Händen gestikulierend, fort. „Der Fürst hat gerade Zeit, jetzt an Peppe zu denken! Jetzt ist doch Karneval. Der Fürst will sicher mit seiner Cousine Marchesa Montelli, und mit seinen Freunden eine Wagenfahrt unternehmen und in die Stadt fahren, per far allegria. Peppe! Peppe!“
Der Fürst war höchst erstaunt, solche Details über die Art, wie er seine Zeit verbringen wollte, zu vernehmen, aber er hat keinen Anlaß, sich zu wundern, denn siora Susanna wußte alles.
„Nein, meine lieben signore,“ sagte der Fürst, „ich muß in der Tat Peppe sprechen.“
Diesmal jedoch war es siora Grazia, die die Antwort erteilte; sie hatte schon längst ihren Kopf aus einem Fenster der zweiten Etage herausgestreckt und saß lauschend da. Sie schnalzte zur Antwort ein wenig mit der Zunge und machte eine bezeichnende Bewegung mit dem Finger — das gewöhnliche Zeichen der Verneinung bei den Römerinnen — und fügte dann hinzu: „Er ist nicht zu Hause.“
„Aber vielleicht wissen Sie, wo er ist, wohin er gegangen ist?“
„Eh, wohin wird er gegangen sein!“ versetzte siora Grazia, indem sie ihren Kopf ein wenig auf die Seite neigte, „vielleicht — in die Osteria, am Platz beim Brunnen; wahrscheinlich hat ihn jemand aufgefordert; er ist halt irgendwohin gegangen: chi lo sa (wer will es wissen).“
„Wenn der Principe ihm irgend etwas zu bestellen hat,“ fiel hier Signora Barbaruccia ein, die am gegenüberliegenden Fenster saß und im Begriff war, sich einen Ohrring ins Ohr zu hängen: „Sie brauchen es mir nur zu sagen, ich will es ihm ausrichten.“
„Nein, lieber nicht,“ dachte der Fürst und dankte für ein solches Entgegenkommen. In diesem Augenblick lugte aus einer Nebengasse eine mächtige schmutzige Nase hervor, die wie eine ungeheure Axt über den gleich darauf zum Vorschein kommenden Lippen und über dem ganzen Gesicht schwebte: das war Peppe in eigener Person.
„Da ist Peppe!“ rief siora Susanna. „Da kommt Peppe, sior Principe!“ rief Signora Grazia lebhaft aus ihrem Fenster.