Die Waffen stehen drohend auf der Wacht,

Die Segel sind der Bürger — Rechtsgewalten.

Wie treffend ist diese Entscheidung! Ohne Kanonen ist keine Verteidigung möglich, ohne Segel aber kommt man auf der See überhaupt nicht vom Flecke. Ein anderes Mal wiederum, als ein Paar Regierungsbeamte, die die allerbesten Absichten hatten, sich jedoch durch eine große Kurzsichtigkeit auszeichneten, auf den seltsamen Gedanken verfallen waren, man müsse sich vor den gescheiten und energischen Leuten in acht nehmen und sie bei der Besetzung der Ämter übergehen, bloß weil sich gerade damals einzelne von ihnen einige lose Streiche hatten zuschulden kommen lassen und sich an einem törichten Unternehmen beteiligt hatten, da schrieb Krylow seine nicht weniger bedeutende Fabel: Die beiden Rasiermesser, in der er sich gegen die Beamten wendet, die

Die klugen Menschen fürchten

Und lieber sich an einen Dummkopf halten.

Man merkt, daß er überall Partei für den Verstand nimmt, überall mahnt er immer wieder, man solle den klugen Mann nur ja nicht unterschätzen, sondern man solle ihn richtig behandeln lernen. Dieser Gedanke kommt in der Fabel „Die Musikanten“ zum Ausdruck, die mit den Worten schließt: „Ich möcht dich lieber trinken sehn, tust du nur deine Sache ganz verstehn.“ Das sagt er nicht etwa, um das Trinken und Zechen zu verherrlichen, sondern weil ihm das Herz wehe tat, wenn er mit ansehen mußte, wie manche Leute sich statt tüchtiger sachverständiger Männer allerhand hergelaufenes Gesindel herholten, und sich dann noch dessen rühmten und erklärten, sie verständen zwar nichts von ihrer Sache, hätten dafür aber ein ausgezeichnetes Benehmen. Er wußte, daß man bei einem klugen Menschen alles erreichen könne und daß es nicht schwer sei, ihm auch ein gutes Betragen beizubringen, wenn man es nur versteht, verständig mit ihm zu sprechen, dagegen sei es sehr schwer, einem Dummkopf Verstand beizubringen, selbst wenn man noch so viel auf ihn einredet: „Mit einem Diebe — ist man wie auf hoher See, mit einem Dummkopf wie in einem Topf mit abgerahmter Milch.“ Aber auch dem Gescheiten weiß er ein kräftiges Wort zu sagen, in der Fabel „Teich und Fluß“ tadelt er ihn heftig, weil er seine Fähigkeiten einschlafen läßt, und in der Fabel „Der Schriftsteller und der Räuber“ straft er ihn, weil er sie zu schlimmen und lasterhaften Zwecken mißbraucht. Überhaupt beschäftigten ihn immer nur große und bedeutende Fragen. Aus einem Buch kann jeder Mensch Belehrung schöpfen, alle Stände und Ränge im Staate, in erster Linie das Oberhaupt, von dem er sagt:

Wenn ein Monarch sein Volk erfolgreich lenken will,

Muß er die Zügel fest, doch allzu straff nicht halten,

ebenso wie der letzte Tagelöhner, der in den untersten Reihen des Staatskörpers steht und wirkt. Ihn weist er auf seine hohe Aufgabe hin, indem er ihn an die Biene erinnert, die nie darum bemüht ist, ihrer Arbeit eine besondere Würde zu verleihen.