„Wat soll ich noch mit ihm machen? Nehmen Sie ihn doch ooch mit, er kann Handlangerdienste tun in der Kaserne. So schwach, wie er ausschaut, ist er nisch!”
Und Dauphin durfte bei den Soldaten stehen bleiben und wurde auch sogleich von ihnen abgeführt. Viele Stunden lang durfte Dauphin dann in einem Kasernenhof bei den kriegsverwendungsfähigen Pferden stehen.
Dann ging ein Soldat mit ihm an den Bahnhof; sie fuhren wieder viele Stunden, und dann in einer kleinen Stadt eilten sie schnurstracks auf die Kaserne zu.
Wie Dauphin die vielen Soldaten auf dem Kasernenhofe exerzieren sah, streckte er, hurra! den Kopf steil hoch, ließ die schwabbeligen Lippen hängen, daß die weißen Zähne zum Himmel aufbissen, und stieß einen Freudenschrei aus, der durchaus kein gewöhnliches Wiehern war. Das Echo dieses Schreies lief zwischen den hohen Bauten hin und her, und tausend Gesichter richteten sich auf Dauphin, den Ankömmling.
Er ward nun in einen Stall geführt zu sechs blank gefütterten Reitpferden und bekam zu fressen, indes die Reitpferde ihm zusehen mußten, wie er fraß.
Ein Hauptmann kam, klatschte Dauphin auf den Schenkel, der recht feist geworden war, und ging weiter.
Ein Soldat schlüpfte an seinem Halse vorbei, band den Apfelschimmel los, führte ihn hinaus, und der Hauptmann setzte sich darauf.
So geschah es noch fünfmal, und Dauphin stand allein im Stall und wartete auf den siebenten Hauptmann, auf „seinen” Hauptmann. Er trug offenbar etwas wie einen hellen Schein im Herzen.
Ein Mann kam, ein ältlicher Zivilist mit beschmutzter, abgenutzter Dienstmütze, die einmal blau gewesen war. Eine Zigarre hing ihm schwer aus den Lippen und qualmte. Dauphin sah gerade durch die offene Tür über den Kasernenhof, wo, den ganzen Platz zwischen den grünen Linden erfüllend, sechs Kompagnien in Kompagniekolonne aufgestellt waren. Die sechs Pferde standen mit ihren Hauptleuten, hochauf die Ohren, je in der Mitte hintereinander, und Dauphin beobachtete den beschmutzten Zivilisten nicht weiter.
Der aber band ihn los und führte ihn hinaus und spannte ihn kurzerhand in ein Wägelchen, das so schmutzig war wie er selber, nahm ihn am Zaume und führte ihn hinter sich her, irgendwohin, zum Tore hinaus.