Kinder standen am Tore, arme, zerlumpte Kinder mit guten und schönen Augen. Eins hielt ein rotes Glasstück vors Auge und betrachtete Dauphin.

„Ach!” riefen sie, „der Balthasar hat ein neues Gäulchen, und was für eins, Balthasar!”

Und sie klatschten Dauphin auf den Schenkel, sprangen aufs Wägelchen, und Dauphin, der schon ganz niedergeschlagen den Kopf hatte hängen lassen, hob ihn wieder und freute sich plötzlich, da er Kinder sah, die ihm gut waren. Er zog sie wacker fürbaß, aber sie hüpften gemach eines nach dem andern von seinem Wagen, einige ließen Pfennige auf die Erde fallen und liefen ans Kasernentor zurück.

Balthasar steckte an der alten Zigarre eine neue an und ließ sie zwischen den Lippen auf- und abpendeln.

Ins Schlachthaus gings, ins Schlachthaus, mitten hinein ins Schlachthaus!

Einen halben Ochsen mußte Dauphin heimziehen, dessen hautloses Bein seitlich aus der braunen Zeltdecke hervorragte.

Das Bataillon rückte aus, die Straße her, Dauphin entgegen, mit Pauken und Trompeten! Dauphin versuchte, mit einem Ruck den Kopf steil hochzurecken; die Last hinter ihm aber war zu schwer, und er stieß den Atem krampfhaft durch die schwabbeligen Lippen und zog die Nüstern hoch und die Augenbrauen, um alles genau zu sehen, und ließ den langen Schweif hin und her schwingen. Er gehörte ja auch zu denen da! Wahrscheinlich spürte er zwischen seinen Ohren den Husarenbusch schwanken, den er einst trug.

Wie er am ersten Hauptmannspferd vorüberkam, sah er stolz zu ihm auf, gleichsam, als wolle er es kameradschaftlich grüßen.

Allein das Hauptmannspferd wandte sofort die Augen, die es im geradeausgestellten Kopf kaum merklich herübergedreht hatte, von Dauphin ab. Und genau so machte es das zweite Pferd und das dritte und das vierte.

Zum fünften sah Dauphin selber nicht mehr, ließ den Kopf tief sinken, die Augenlider und die Ohren und den Schweif.