Es liegt klar auf der Hand, daß Dauphin sehr litt! Seine Leiden, die anfangs rein seelischer Art waren, bogen sich, da er trotz allem unabänderlich gern und sogar freudig schaffte, ins Körperliche um, aber Dauphin mußte immer noch sehr leiden! Oh, wenn Dauphin sich das Leben unter den Soldaten so vorgestellt hätte, wie gern wäre er in seiner Arena geblieben! Er gewahrte nicht einmal, wie seine Gaben schwanden, und das war gut!
Einmal kamen fünf ganz junge, kleine Leutnants, aufgetakelt wie frischgewickelte Säuglinge, aus der Regimentskammer gehüpft, streiften weiße Handschuhe an dicke Hände an, hielten Reitpeitschen unter den angepreßten Oberarmen und liefen an Dauphin und an Balthasar vorüber. Da sagte Balthasar wieder einmal etwas. Er nahm sich Dauphins Ohren und sagte:
„Sieh, Kleiner, fünf ist gleich eins! Kriegsware! Heut Mittag trinken sie fünfzig Flaschen Sekt, und hernach steigen sie auf die Hühnerleiter, ganz oben hin und fangen an, auf uns herabzukotzen! Wundert's dich, daß wir so dreckig sind? Mich wundert's nicht!”
Dauphin freute sich über diese Rede, die er freilich nicht verstand, wieherte und trug den Kopf höher als sonst.
Er sah eine Kompagnie, die auf dem Bauche lag und zielte. Ein Feldwebel schrie einen Gemeinen an:
„Mensch! Sie wollen Feldwebel werden: werden Sie doch erst einmal Mensch!”
Der Angeschrieene hob den Kopf und schrie dagegen:
„Feldwebel will ich werden!”
An der Wache vorn am Kasernentor hielt Balthasar sein Gäulchen an, weil er mit einem Kollegen etwas zu reden hatte. Zwei Soldaten in Drillichzeug schleppten eine verschlossene eiserne Kiste aus dem Stübchen, das hinter dem Wachtstübchen lag.
„Hu, wie stinkts da drinnen!” sprach der eine.