„Schon gut,” entgegnete der Pfarrer und dachte: Grind bräucht er grad nit zu sagen; na, es ist aber mal so auf dem Land, 's ist nit bös gemeint!
Der Pfarrer freute sich gern und freute sich über das Tierlein und über die Mutter, doch war es ihm nicht vergönnt, einen Aerger zu verschlucken, als der Bauer den eckigen Kopf des Säuglings überaus zärtlich untern Arm nahm, ihn, den Pfarrer, glücklich wie ein Vater angrinste und sagte:
„Gucke Sie doch, Herr Paschtohr, was ein goldiges Köpfle!”
„Allerliebst!” antwortete der Pfarrer, aber er dachte bei sich: sein Vieh hat ein Köpfle, ich, sein Pfarrer, hab nur einen Grind!
„Segen ist in der Liebe zum Getier, nicht wahr, wie in aller Liebe?” sprach der Bauer, und:
„Wie in aller Liebe!” wiederholte der Pfarrer und fügte hinzu:
„Und der liebe Gott gesegnet's einem mehr und sichtbarlicher, wenn man sich weniger zu den Menschen wendet und mehr zum Getier und zu den Blumen, zu den Bäumen, selbst zu dem harten Gestein! Hat das etwa keine Ursache, Vetter Klaus?”
„Das hat wohl seine Ursache, Herr Pfarrer, wie alles in der Welt, und Sie wissen es wahrlich besser als ich!”
„Warum sollte ich es besser wissen, Vetter Klaus? Ich schlage mich im Schatten mit den Menschen herum und mit ihren dunklen Leidenschaften, und Sie, Vetter Klaus, Sie leben und weben im Sonnenlicht, am Herzen der Natur, die noch weit mehr das Quellrohr Gottes ist als wir Menschen, die wir uns in schnöder Ueberschätzung Ebenbilder Gottes nennen!”
„Hat sich etwa die Stammutter der Pferde im Paradies vergangen? Hat sie von einem verbotenen Apfel gegessen?”