Da wußte Dauphin, was nun kommen müsse, denn hinter der Leiter sah seine Seele auch seinen geliebten Direktor stehen: Nun müsse das große, halsbrechende Kunststück kommen, das allen Zuschauern, — wißt ihr's noch, ihr lauten Kinder? —, den Atem nahm.
Er zog sein Wägelchen hin und trat mit dem linken Vorderfuß auf die erste Sprosse der Leiter.
Da sahen die Kinder, daß das kluge Pferdchen von seinen Strängen sehr beengt war, und sie spannten es aus.
Wie nun Dauphin frei aus den Sielen tritt, wird's ihm ganz leicht zumute. Er hebt die Beine auf die erste und die zweite und dann das linke Vorderbein gar auf die dritte Sprosse.
Und wie Dauphin sich gerade abdrücken will, um frei aufrecht zu stehen, kommt der Balthasar aus dem Wirtshaus, und die Kinder zerstieben zwischen den Bäumen hinaus auf die Straße.
Da läßt Dauphin die Beine langsam von der Leiter hinab und wird eingespannt, und es geht in die Fabrik mit den hohen und niedrigen Schornsteinen. Ganz fröhlich trottet Dauphin hinter Balthasar drein ...
Unterwegs sagt Balthasar wieder einmal etwas zu Dauphin! Er sagt:
„Ich weiß genau, was du willst, Zirkusmann: zur Leiter willst du hinauf, zur Hühnerleiter! Willst über mich hinaus und schließlich auch von oben auf mich herabkotzen! Aber ich will dir schon helfen, wenn's auf mich ankommt!”
Als sie ins Kasernentor eingebogen waren, schritt Balthasar quer übern Kies, der wie gefrorene Tränen dalag, auf die Kammer zu.
Dauphin stellte die Ohren, um vielleicht wieder seinen Namen rufen zu hören, der Hals schweifte steil auf, am linken Vorderbein erzitterte eine Muskel.