Ungeduld, friß mich! Ich habe Fieber vor Haß auf diesen Störer. Wenn ich mein Fürstentum Eitopomar nicht erreiche!
Dann ging Mabuse in seine Wohnung zurück. Er hatte ein Paket unter dem Arm für sich selber. Auf alle Fälle! Wenn sie vielleicht heimlich im Innern schon von der Polizei besetzt war, war er ein Dienstmann, der etwas abzugeben hatte. Es waren Zigarren in dem Paket. Aber die Wohnung war leer, und rundum war alles unverdächtig.
An diesem Abend verließ Mabuse sein Haus nicht mehr. Es war sicherer, daß er vom Fenster aus selber sah, wer zu ihm kam, als daß in seiner Abwesenheit jemand eindrang und am Fenster auf ihn warten konnte. Er war doch für alles bereit!
Er verbrachte den Abend damit, seine Vermögensaufstellung zu überprüfen. Zu der Summe, die er zu brauchen berechnet hatte, fehlte ein halbes Jahr Arbeit noch in Deutschland. Dort kannte er das Terrain. Überall anderswo mußte er mindestens ein Jahr dransetzen, bevor er von neuem beginnen konnte. Seine Sprachkenntnisse hätten ihn sowieso nur auf ein angelsächsisches Land beschränkt.
Ein halbes Jahr. Er trommelte das in sein Hirn, sein Herz, sein Blut.
„Ich bleib’ es!“ sagte er laut in das einsame Zimmer, und es war ihm, als hörte er wie einen Hammer auf Eisen den Trotz durch sich pochen, der ihm diesen Entschluß eingab.
Er wurde am nächsten Morgen um halb acht dringend von Konstanz angerufen. „Doktor Dringer! Herr Kollege, ich muß mich geirrt haben. Nichts mehr zu sehen. Habe alles mobil gemacht. Die anderen Patienten sind zur Abreise vorbereitet.“
„Schade, Herr Kollege! Läuten Sie abends nochmals an!“
„Hund!“ knirschte Mabuse durch das Fenster in die Stadt hinaus, in der Wenk mit ihm wohnte. „Und wenn es nur für diese halbe Stunde der Unsicherheit wäre, so gehst du um die Ecke! Das erstemal ist es durch einen Zufall mißlungen. Das zweitemal wird es keinen Zufall mehr geben.“
Mabuse verließ das Haus und ging zu Fuß davon. Er begab sich in eines der modischen Hotels und fragte nach Herrn Generaldirektor Hungerbühler.