„Weshalb sagst du es nicht? Wenn du doch deshalb hergekommen bist?“

„Es ist jetzt anders!“

„Nichts ist anders,“ begehrte die Carozza wieder auf. „Es ist alles, wie es ist. Wie es war. Wie es sein wird! Er draußen in tausend Freiheiten! Ich hier ein Aas, das schon halb unter einem Rasenstück liegt. Sag’ mir alles!“

„Nein, ich sag’ nichts!“

„Weshalb, du ... du Luder?“ fuhr sie die Carozza aufschreiend an.

„Weil Sie ihn so lieben!“

Da ward die Carozza still. Aber einige Blutschläge später warf sie sich hin und begann wild zu weinen und zu schluchzen.

Die Gräfin blieb liegen. Sie spürte, wie eine Seele, entblößt, mit Tatzen, von denen Haut und Fell abgezogen waren, über ihrem Herzen lag und es gefangen hielt. Sie spürte ihr eigenes Blut über das Herz unter der Tatze rieseln und sich mit dem der Tatze vermengen.

Die Tatze ward ihre Schwester. Nun hatte sie Blutsbrüderschaft mit der Mörderin drüben an der andern Wand. Aber keine von den beiden wußte, daß es derselbe Mann war, der in der Gefängnisnacht ihre Pulse vereinigte.

XI