Sie seufzte, erwachte rasch: „Es ist jemand da, der soll fort. Wer quält mich?“

„Es geht heute nicht. Es sind kreuzende Störungen vorhanden, die ich nicht erkennen und infolgedessen auch nicht abstellen kann,“ sagte der Arzt.

Der Geheimrat trat auf Mabuse zu. „Herr Doktor, wollen Sie nicht einmal versuchen? Nach den Proben, die ich damals von Ihnen sah, verspreche ich mir von Ihrem Eintreten eine Behebung der Störungen.“

Mabuse wollte wohl versuchen, sagte er. Aber Erfolg vermöge er nicht zu versprechen. Er sei lahm im Kopf von einer Erkältung. Er trat aber sofort einen kleinen Schritt auf das Medium zu. Man sah, daß dieses auf die unscheinbare Bewegung hin wie ein Eisenteilchen vor einem Magneten sich anders richtete. Mabuse sagte kein Wort zu ihr. Er überstrich einen Teil ihres Körpers mit den Augen. Das Mädchen wurde wie mit einem Schlag blasser, als es war. Ohne daß das Medium auch nur eine Bewegung machte, ward deutlich zu erkennen, daß in ihr ein Kampf gegen fremdes Unsichtbares aufging ... daß ein Widerstand rasch erlahmte, daß ihre Augen fielen ... fielen ...

Dann sagte Mabuse mit hastigen, vergewaltigenden Worten: „Sie liegen in Tüchern. Sie haben die Arme fest an den Leib gebunden. Sie sind sechs Monate alt. Es ist Abend. Sie schreien. Weshalb schreien Sie?“

Und aus dem schweren Körper dieses bei offenen Augen schlafenden Mädchens drang eine piepsende, winzige Stimme: „Im Bauch drückt es!“

„Das ist schlechte Luft. Man gab Ihnen zuviel zu trinken. Wer gab Ihnen das?“

„Der Leib einer Frau,“ sagte das Stimmchen.

„Lieben Sie den Leib?“

Da ward das Mädchen aschfahl, und durch die piepsende Stimme drang ein schriller, qualvoller und böser Ton: „Nein!“