Bald begann es, daß die Herren, die mit geringen Sätzen angefangen hatten, ihm dies Beispiel nachmachten. Dadurch ging die Werteinschätzung des Einsatzes verloren. Neben drei Mark standen fünfzig Mark, standen zweihundert Mark. Die drei Mark schämten sich, wurden rasch zwanzig und rascher hundert und zweihundert ... Es ging nicht lang und niemand wagte, weniger als hundert Mark zu setzen.

Als man begann, fand man Zeit, die Zwischenräume zwischen dem Kartenablegen und dem Aufheben der neuen Karten mit Gesprächen zu füllen. Diese Unterhaltung versickerte, verschwand. Die Zuschauer wurden stumm. Unter den Spielern entbrannte der Kampf, kreiste das Fieber. Es ging auf die Zuschauer über.

Die Gräfin sah, welche Summen ihr Mann setzte.

Er hat nie gespielt! Was ist los mit ihm? fragte sie sich.

Der Graf gewann. Er ließ Einsatz und Gewinn stehen. Es war ihm, als sei er ein Pferd, über dessen Flanken der Reiter bedrohend und anfeuernd hing und hetzte. Er warf Geld hin.

Der Graf sollte als Letzter in der Runde die Bank bekommen. Es war ihm, als stände der Augenblick, in dem er selber die Karten verteilen und das vierfache Risiko an Gewinn oder Verlust haben sollte, wie eine Empore vor ihm, deren reiche Geheimnisse zu erklettern ein wunderbares Glück sei.

Es wurde heiß. Aus den Phantasien zuckte die Hitze durch den Raum.

Die Gräfin beugte sich in dem halben Licht vor, gebannt von dem unbegreiflichen Tun ihres Mannes. Auf einmal berührte der volle Lichtschein den Ansatz ihrer Brust, der sich klar und schön aus dem Kleidrand hob. „Norden und Süden!“ sagte Mabuse, der diesen Zwillingspfirsich sah; bös und voll dunkler Wut sagte er es. „Norden und Süden, warte! ...“

Dann wich sein Blick zurück und legte sich dem Grafen Told auf die Hände.

Der übernahm in diesem Augenblick die Bank.