Told antwortete unwillkürlich: „Ja, aber meine Frau ...“

Aber dann schaute er Wenk an. Er schwieg. Sein Gesicht war durchzuckt vom Widerschein der Qual. Erst nach einer Weile vermochte er zu sprechen: „Sie hatten es mich vergessen machen, Herr Doktor Wenk! Ich werde für diese Nacht, die ich Ihnen raubte und die Sie mir so menschenvoll schenkten, so lang ich lebe, in Ihrer Schuld sein. Ich weiß nicht, wie ich sie überdauert hätte — allein! Jetzt ist sie hinter mir wie ein Geschenk. Ich nehme Ihr Gastbett an.“

„Wäre es Ihnen,“ fragte am nächsten Morgen Wenk den Grafen, „unangenehm, wenn ich mit dem Geheimrat Wendel Ihr Erlebnis bespreche?“

„Nein,“ antwortete Told. „Ich bitte Sie, es zu tun!“

Der Graf zögerte, weiterzusprechen. Wenk sah es und wartete. Er sagte dann, den andern erratend: „Ich stehe Ihnen ganz zur Verfügung. Wenn Sie noch einen Wunsch hätten ...“

Da antwortete Told rasch und errötend: „Ja ... auch mit meiner Frau zu sprechen, vor der ich mich so ... schäme!“

„Sie brauchen sich nicht zu schämen!“

„Meine Frau hat einen so starken Lebenswillen. Unser Leben war ihr, glaube ich, immer ein wenig zu schwach, zu blaß ... Es fragt sich, ob ihr zugemutet werden kann, es weiter mit einem Mann zu führen, der nun doch nur ein Kranker ist!“

„Ich werde mit ihr sprechen!“

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