„Alles ...,“ stammelte der Graf, als läge er in einem Sumpf, der ihm schon die Mundwinkel näßte ... „Alles ...“
„Nach zwei Jahren können Sie dann daran denken, Ihr Leben wieder aufzunehmen. Nach welcher Zeit?“ warf brutal der Arzt dazwischen ... „Nach welcher Zeit?“ hämmerte er ihm nochmals ins Hirn.
Told erwachte aus dem Hinbrüten. An der Zahl erschauernd, antwortete er leise: „Zwei Jahre!“
„Wissen Sie, daß Ihre Frau Sie in eine Irrenanstalt stecken will? Sie benutzt dazu den Staatsanwalt Wenk. Ist das der, der angerufen hat? Ich komme morgen wieder!“
Der Graf blieb zurück, allein, verstoßen. Ihm schien sein Gehirn von Elefanten ausgestampft, sein Gemüt von Nilpferden zerschmatzt, vermengt mit Kot und Schlamm.
Mich verläßt die Welt, murmelte er. Die Bilder, die er um sich gesammelt hatte, feierten Orgien an den Wänden. Er verstand nicht mehr, was ihm an ihnen so gefallen hatte, daß er sie jahrelang um sich geduldet hatte. Er nahm ein Jagdmesser und schnitt ein jedes von oben bis unten durch und schlug mit dem Messer in irrem Grimm in den Rahmen herum.
Als er das getan hatte, sprang er entsetzt zurück. Er faßte sich an seine Stirn und sagte laut: „Ja, du mein Gott, ich bin verrückt!“
Er begann Kognak zu trinken. Er trank aus einem Rotweinglas. Als er drei Gläser getrunken hatte, war er berauscht. Da schien ihm, als habe der Arzt etwas zurückgelassen. Es lag vor ihm. Er wußte nicht, was es war. Er griff danach. Da war es ihm auf einmal mitten in den Kopf hineingesprungen. Wie ein Keil saß es drin eingeklemmt. Er fühlte es genau zwischen den beiden Gehirnhälften.
Eine Angst zerriß ihm das Herz wie Papier in Fetzen. „Doktor, Doktor!“ schrie er. Er hörte seine Stimme grausig in der Leere verschallen. So weit die Welt war, er war allein!
Da sank er ohnmächtig hin.