Mabuses Brust dehnte sich von einem schnaufenden Gefühl des Glücks. Er war wie ein Pferd, das nach langem Hungern und Ziehen den Kopf in die Krippe senkt.

Trotzdem er sofort klar verstand, fragte er den Geheimrat: „Weshalb meinen Sie das?“

„Einfach! Wenn er ihn gesehen hätte, hätte er sich ihn von seinen Beamten herausholen lassen, ohne Ihre Sitzung zu stören!“

„Das ist wahr,“ sagte Mabuse. „Gehen wir!“

Mabuse drängte zur Tür, den Geheimrat mit sich ziehend. Mit allen Sinnen paßte er um sich auf, in seinen Rücken, wo er den Anschluß an Wendel nicht verlieren durfte, nach vorn, wo die Gefahr drohte, der er entweichen wollte.

Bewegungen ließ er, wenn sie ihn von dem alten Professor zu trennen drohten, mit allerlei Listen und einem Einsetzen seines ganzen Muskel- und Gliederapparats anders verlaufen, als er sie begonnen hatte.

Es kam ihm nur auf eines an: nicht als ein Besonderer durch die Tür vor den Staatsanwalt zu treten. Der berühmte alte Geheimrat mußte von ihm die Aufmerksamkeit des Spürhundes draußen wegsaugen.

Wendel war ein alter Herr. Auf Eile kam es ihm nicht an. Aber Mabuse durfte nur nicht als der letzte draußen vorbeigehen, bestrahlt von Auffälligkeit, doppelt beäugt von der Enttäuschung, daß jener den Gesuchten nicht gefunden hatte. Es kamen noch welche hinter ihm, unter denen er sein konnte, wenn er nicht als der letzte den Saal verließ.

Eines war sicher: Er war es, den der Staatsanwalt suchte, und kein anderer! Wenk wußte nicht, daß es Mabuse sei, den er haben wollte, sonst hätte er ihn von der Bühne herunter verhaftet. Wie war er ihm auf die Spur gekommen? Ein Rätsel, das ihn reizte! Verrat? Er wurde nicht verraten! Hatte Wenk irgend etwas an ihm erkannt von den Abenden in den Spielsälen her? Nein! Er wußte, seine Masken machten ihn unkenntlich. Also ...

Da berührte eine Hand die seinige. Mabuse sah in das fragende Auge Spoerris, erblickte neben ihm einen andern Mann seiner Sicherheitsgarde und lenkte seine Augen sofort unbeteiligt weg.