Schon war er weitergeschoben. Wenk winkte ihm noch zu, schaute aber nicht mehr um, da er die Tür nicht freigeben durfte.
Der Geheimrat nahm Mabuses Arm für die Treppe. Mabuse geleitete ihn rasch zur Garderobe und verabschiedete sich. Eines seiner Autos hielt in der Maximilianstraße. Rechts und links von der Ausgangstür des Foyers standen die Leute, die zu allem bereit waren, ihn stets begleiteten ... Spoerri hatte sich mitten in den Ausgang gestellt, um die Treppe zu überwachen.
Er ging dann hinter Mabuse her. Die andern in gelösten Gruppen, aber immer bereit, zusammenzuspringen, folgten. Erst als Mabuse im Auto davonfuhr, gingen sie auseinander und ein jeder seinen Weg.
Im Auto heimrasend, sagte Mabuse sich auf einmal: Ich habe eine Dummheit gemacht. Ich hätte wenigstens fragen sollen, ob ich den Abend fortsetzen dürfte.
Das machte ihn niedergedrückt. Es hatte etwas an ihm versagt. Früher wäre ihm ein solcher Fehler nie unterlaufen, sann er weiter und quälte sich: Bin ich am Niedergang? Ist es Zeit für Eitopomar?
Aber auf einmal schrie er dumpf und tierisch auf: „Nein. Es ist das Weib! Wenk wird mich hängen. Das Weib macht mich alt und liefert mich seinem Strick aus.“ Weshalb machte die Frau ihn alt, die so jung und schön war und sich ihm mit einem wehmütigen Fatalismus ergeben hatte? Er trank diese Ergebenheit wie einen Wein, sagte ein anderer Zug von Vorstellungen.
Er wurde uneins mit sich. Er fand keinen Genuß mehr darin, daß er der großen Gefahr entronnen war. Und in seine kreuz und quer pflügenden Gedanken schlug unselig und den Atem raubend wie eine Katastrophe die Vorstellung:
Weil ich sie liebe!
Da haßte er sich. Da führte er die Ballen von Haß, mit denen er den Menschen zusetzte, gegen sich und lud sie über sich aus. So stark litt er, daß er unter dem Druck, den dieses Chaos an Gefühl auf seine Adern trieb, röchelte.
Er war vor seinem Haus.