Aber er wäre wie abgestandenes Wasser für den Rest seines Lebens verdorben gewesen, wenn er nicht mit aller Grausamkeit der Herrschsucht und des Hasses diesen Mann an sich gerissen und zerstört hätte. Sein eigenes Leben und das dieses Mannes liefen um die Wette nach Sein oder Nichtsein.
Dieser Mann war der Staatsanwalt Wenk.
Einmal, wie Mabuses Adern schwollen von seinen Plänen gegen ihn, konnte er die Flut nicht mehr von seinem Mund zurückdämmen, und er sagte der Gräfin, die ihn fragte, wann sie Deutschland denn nun verlassen würden: „Ich fange ihn lebend. Ich fange ihn wie eine Meise auf der Rute. Er wird in meinem Leim zappeln. Eher nicht!“
Die Frau wandte sich scheu ab. Sie vermutete nur, wen er meinte. Sie war seit jener Auflehnung und den Hoffnungsaugenblicken auf Freiheit sklavischer ihm verfallen, traumhaft grausamer, dämonischer aufgerührt als zuvor. Sie wagte nicht, etwas zu entgegnen noch zu fragen.
Mabuses Unternehmen gegen Wenk wuchs langsam. Aber Ring um Ring, unaufhaltsam ...
*
Wenk saß in München.
Georg hatte man dorthin ins Gefängnis geliefert. Er spielte den Taubstummen. Seit seiner Verhaftung hatte kein Mensch ein Wort von ihm gehört. Man stellte ihn zusammen mit den Beamten, mit den Kaufleuten aus Schachen, die ihn wochenlang gesehen hatten, mit den Burschen, die er in die Fremdenlegion hatte ausliefern wollen.
Keiner zögerte einen Augenblick, ihn zu erkennen.
Er blieb stumm.