Das Auto fuhr durch Gegenden, die er nicht kannte. Es war ihm sonderbar. Gerade die Fahrt nach Nikolassee hatte er früher oft gemacht, und er dachte, er kenne die Gegenden, die hinter Friedenau lagen. Aber heut war ihm alles fremd. Machte das die dichte Finsternis der heutigen Nacht und die seit dem Krieg so spärlich gebliebene Beleuchtung, oder war eine innere Stimmung schuld daran?

„Wir müßten doch eigentlich schon in Nikolassee sein!“ sagte er.

„Ich kenne mich nicht aus!“ antwortete Vörös.

„Früher hatte ich Freunde draußen, zu denen ich oft im Auto fuhr. Aber das war ja vor dem Krieg!“

„Ha, jaso, vor dem Krieg. Da war alles anders!“ Dann schwiegen sie.

Wenk schaute auf die Uhr. Aber die Finsternis war zu stark. Er erkannte nicht einmal das Zifferblatt. Laternen kamen seit einer Weile keine mehr.

Nach längerem Schweigen sagte Wenk: „Der fährt doch nicht etwa drüber hinaus!“

„Es ist ein Berliner Taxameter. Er hat mir gesagt, er kenne sich gut aus.“

Wenk nahm das Sprachrohr: „Chauffeur, Sie wissen doch, Nikolassee ... Villa Komorek?“

In diesem Augenblick schwenkte der Wagen, und Lichter erschienen in der Tiefe einer Allee.