Kaum hatte Wenk das gelesen, so rief Weltmann mitten aus dem Spiel mit einer Stimme, die Wenk wie ein niederbrechender Felsen durchschlug: „Blatt zwei lesen!“
Entsetzt drehte Wenk um. Er las: „Unter der Macht des Suggestors versucht einer der Mitspieler die Karten falsch zu geben und sich ein As nach unten zu legen. Er wird erwischt!“
Da raste Wenk alles Blut ins Herz. Wie eine Lawine riß es ihm durch die Adern. Seine Augen wurden kalt und vereist. Seinen Händen, zitternd, entfiel das Blatt. Eine grauenhafte Erkenntnis wälzte sich über ihn: Das Geheimnis des Falles Told!
Mabuse hatte den Grafen unterhalb des Bewußtseins gezwungen, falsch zu spielen, um ihn vor seiner Frau zu zerstören, die der Verbrecher haben wollte! Das war es, daß die Gräfin damals nachts aus der Wohnung Mabuses kam. Mabuse hatte den Grafen getötet!
Was auf dem Blatt stand, geschah auf der Bühne. Die Dame, die inzwischen die Bank wieder übernommen hatte, mischte falsch und wurde erwischt.
Damit schloß Weltmann dieses Experiment. Er erlöste die vier Leute aus dem Zustand, und sie suchten, verstört und mit Augen, die irgendwo fern sich noch verloren, ihre Stühle wieder auf.
Weltmann schaute auf Wenk herab.
Wenk wußte: Du bist Mabuse!
Die Plötzlichkeit der Erkenntnis hatte seinen Willen gelähmt. Er rang mit sich um Ruhe und Überblick. War er in eine Falle gelockt worden? War der Ungar ein bestellter Zutreiber? War dies ganze, von Siedlungen entfernte Haus, die Gesellschaft drin ... ein Hinterhalt, nur seinetwegen geschaffen?
Langsam kämpfte er sich durch.